Prisma

Hyperhidrose: Manchmal reine Einbildung

Das Wissen um die Möglichkeit, Botulinumtoxin bei Hyperhidrose einsetzen zu können, scheint bei manchen Menschen zu einer neuen Art der Neurose zu führen: Eingebildetes Schwitzen lässt sie den Gang zum Hautarzt antreten.

Arzneistoffe, die die Attraktivität und soziale Akzeptanz steigern sollen, können bei sensiblen Menschen offenbar zu einer psychosozialen Störung im Sinne einer Neurose führen. Eine dieser Störungen ist laut einer an der Hautklinik Erfurth durchgeführten Studie die Botulinophilie. So ergab die Diagnose bei 3 von 13 Patienten (23%), die sich wegen übermäßigen Schwitzens in der Hautklinik vorstellten und auf eine Behandlung mit Botulinumtoxin drängten, eine Körperwahrnehmungsstörung.

Das heißt, die Patienten glaubten, übermäßig stark zu schwitzen, der Schweißtest fiel jedoch negativ aus. Diese Patienten sollten natürlich auf keinen Fall mit Botulinumtoxin behandelt werden, da die Therapiegrundlage fehlt. Vielmehr sollten sie sich aufgrund ihrer Neurose in psychologische Behandlung begeben. ral

Quelle: Pressemitteilung vom Freiöl-Institut

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