Prisma

Pigmentzellentransplantation: Neue Hoffnung für Vitiligo-Patienten

Für Vitiligo-Patienten gibt es nun eine neue Behandlungsoption. Wissenschaftler der Universitäts-Hautklinik Freiburg haben eine Methode entwickelt, die eine flächendeckende Versorgung dieser Patienten mit Melanozyten-Transplantaten ermöglicht.

Zwischen 0,5 und 4 Prozent der Weltbevölkerung leiden an Vitiligo, der so genannten Weißflecken-Krankheit, bei der sich die Haut aus bisher unbekannten Gründen stellenweise entfärbt und vollkommen weiß erscheint. Obwohl die Erkrankung ein rein "kosmetisches" Problem darstellt und keine weiteren medizinischen Folgen für die Betroffenen bestehen, ist der Leidensdruck groß. Bisherige Therapieversuche mit UV-Bestrahlung, Bleichmitteln, der Einnahme von Betacarotin und Hauttransplantationen waren im Ergebnis unbefriedigend.

Transplantationen von Melanozyten, die die Hautfarbe bestimmen, waren zwar vielversprechend, konnten bisher jedoch nur in wenigen Spezialkliniken durchgeführt werden. Dies soll sich künftig ändern. An der Universitäts-Hautklinik Freiburg wurde nun eine Methode zur flächendeckenden Versorgung von Vitiligo-Patienten mit Melanozyten-Transplantaten entwickelt. Die Erfolgsrate der Methode (Melanossed) liegt laut Aussage der Entwickler bei 80 Prozent.

Zunächst wird dem Patienten an einer uneinsehbaren Stelle, z. B. der Leistenregion, ein kleines Stück Haut entnommen. Anschließend werden daraus Pigmentzellen gezüchtet, diese mit Fibrinkleber vermischt und auf die betroffenen Hautareale der Patienten aufgetragen. Damit die Pigmentzellen gut "anwachsen" können, wird die Haut mit einem Laser vorbehandelt. Nach einer Anheilungszeit von ca. einer Woche wird die Pigmentbildung durch UV-Licht angeregt, eine vollständige Pigmentierung ist nach etwa sechs bis zwölf Monaten erreicht.

Quelle: Pressemitteilung vom Freiöl-Institut