Arzneimittel und Therapie

Multiple Sklerose: Glatirameracetat kommt auf den Markt

Der Zulassung von Glatirameracetat (Copaxone®) zur Verringerung der Schubfrequenz bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS) haben Deutschland und weitere 14 europäische Länder zugestimmt. Dies teilten die Unternehmen Teva Pharmaceuticals und Aventis Pharma mit, die das Medikament in Europa gemeinsam vermarkten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Anerkennungsverfahrens in der Europäischen Union soll Copaxone nach Erteilung der nationalen Zulassungen ab dem 4. Quartal 2001 in den verschiedenen europäischen Ländern eingeführt werden. Deutschland, mit der größten Population an MS-Patienten in Europa, wird zu den ersten Ländern gehören.

Wirksam und gut verträglich

Für die First-line-Therapie bietet Copaxone MS-Patienten eine neue Behandlungsoption. Das immunmodulatorische Arzneimittel hat sich in kontrollierten klinischen Studien als wirksam und gut verträglich erwiesen. In groß angelegten klinischen Studien hat Glatirameracetat einen deutlichen Rückgang der Schubfrequenz und einen signifikanten Effekt auf die mit Magnetresonanztomografie gemessene Krankheitsaktivität und -belastung gezeigt. Die langanhaltende Wirksamkeit des Medikaments wurde über einen Zeitraum von 6 Jahren belegt. In klinischen Studien ergab sich kein Hinweis auf die Entwicklung neutralisierender Antikörper. Copaxone eignet sich für Patienten, die auf Beta-Interferone nicht ansprechen oder diese nicht vertragen.

EU-Zulassung

Copaxone wurde 1996 in den USA zugelassen und später in 22 weiteren Ländern, darunter Kanada, Israel, Australien, Großbritannien und der Schweiz. In der europäischen Union war Großbritannien mit der im August 2000 erteilen Zulassung Referenzland für das gegenseitige Anerkennungsverfahren.

In Europa werden bereits mehr als 4000 Patienten seit mehreren Jahren mit Copaxone behandelt. Schätzungen zufolge leiden in Europa mindestens 150 000 Patienten am schubförmigen Verlauf der MS. Obwohl die Anzahl der MS-Patienten mit den USA vergleichbar ist, ist die unbehandelte MS-Population in Europa etwa doppelt so groß.

Jetzt wurde Glatirameracetat (Copaxone) zur Verringerung der Schubfrequenz bei Patienten mit schubförmig verlaufender Multipler Sklerose (MS) in Deutschland und weiteren 14 europäischen Ländern zugelassen. In Deutschland gibt es die höchste Zahl von MS- Patienten in Europa. Hier soll das neue immunmodulatorische Arzneimittel im vierten Quartal 2001 eingeführt werden.

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