Prisma

Chlamydien erhöhen Risiko für Gebärmutterhalskrebs

Die sexuell übertragbaren Chlamydien fördern Unterleibsentzündungen und Unfruchtbarkeit. Wissenschaftler aus Helsinki veröffentlichten nun eine Studie, die zeigt, dass mit Chlamydien infizierte Frauen auch ein erhöhtes Risiko haben, an einem Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

Nach bisherigen Erkenntnissen gelten sexuell übertragbare Papillomaviren als Risikofaktor für die Entstehung eines Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom). Nun sollen auch Chlamydien das Risiko für diese Erkrankung erhöhen. In westlichen Industrienationen sind etwa 5% der Bevölkerung mit Chlamydien infiziert.

In die groß angelegte Studie, die im "Journal of the American Medical Association" vorgestellt wurde, waren 530 000 Frauen eingeschlossen, deren Blutproben ausgewertet wurden. 128 Frauen erkrankten innerhalb eines Jahres nach Beginn der Studie an Gebärmutterhalskrebs. Bei 27% davon fanden sich Antikörper gegen Chlamydia trachomatis. Im Vergleich dazu: Nur 13% der Frauen aus der gesunden Kontrollgruppe hatten Antikörper.

Sollten sich die Ergebnisse der finnischen Studie als haltbar erweisen, könnten in Zukunft entsprechende Abstriche in die Gesundheitsvorsorge einbezogen werden. In Deutschland wird bereits im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge das Blut auf Chlamydien-Antigene untersucht.

Quelle: JAMA 2001, Vol. 285, Nr. 1, S. 47-51

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