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"Tag der Apotheke" im Altenburger Land: In Ostthüringen muss nicht um Berufsna

Mit Informationsgesprächen, Blutdruck- sowie Cholesterinmessungen und anderen Dienstleistungen zeigten am 20. Juni die Teams von 18 Apotheken im Kreis Altenburger Land auf dem Marktplatz der Skatstadt, dass sie mehr können als "Schubladen ziehen". Die Resonanz sei außerordentlich gut gewesen, resümierte Apotheker Dr. Lutz Gebert, Inhaber der Osterland Apotheke Schmölln.

Die Berufskollegen hatten bewusst den Wochenmarkt am Mittwoch gewählt, um sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Sehr viele Besucher aus dem Umland waren in die Kreisstadt gekommen. Publikumsmagneten im Zelt vor dem Rathaus waren ein Teerätsel sowie ein Videofilm, der einen Blick hinter die Kulissen der Apotheken des Kreises gewährte. Auch wurden Proben verteilt, welche zahlreiche Hersteller bereitgestellt hatten.

Zum "Tag der Apotheke" am folgenden Donnerstag standen bundesweit Informationen über Berufschancen in den Apotheken im Mittelpunkt. Zumindest für Thüringen sieht Dr. Lutz Gebert indessen nicht unbedingt Handlungsbedarf, um Nachwuchs in den Lehrberufen zu werben. Wegen der hohen Altersstruktur würden zwar in den nächsten Jahren junge Kollegen gebraucht, so der Schmöllner Apotheker. Anstatt eine eigene Apotheke zu eröffnen, sollten sie aber besser abwarten und zu gegebener Zeit eine etablierte Offizin übernehmen.

In Mitteldeutschland gebe es gegenwärtig nicht unbedingt Anlass, um Nachwuchs für die Lehrberufe PTA und PKA zu werben. Weil es zusehends weniger Großapotheken gebe, gehe die Ausbildungsquote für PKA dramatisch zurück. Im Berufsbild PTA hielten sich das Stellenangebot und die Nachfrage in etwa die Waage. In den mitteldeutschen Apotheken sei die Beschäftigungsquote zwar nicht gesunken, doch ebenso wenig ein Zuwachs an Stellen zu erwarten. Sinnvoll wäre es allerdings, wenn die Praktika über das ganze Jahr verteilt würden, anstatt sie auf den Herbst zu konzentrieren, meint der Schmöllner Apotheker.

Großer Zulauf zur PTA-Ausbildung

Annett Starke hatte 1998 die Ausbildung zur PTA begonnen und wurde nun nach dem Praktikum in der Osterland-Apotheke eingestellt. Beinahe alle Absolventinnen ihres Jahrgangs fanden eine Beschäftigung. Zumindest für Thüringen sieht sie keine Notwendigkeit, um Berufsnachwuchs zu werben. Der Ausbildungskapazität von drei Klassen stünden 800 Bewerbungen gegenüber. Annett Starke war auf das Berufsbild durch einen Pharmazieingenieur im Bekanntenkreis aufmerksam gemacht geworden. Auch bewähre sich ein Schülerpraktikum in der 10. Klasse für den Einstieg, meint sie.

Anna Hoppe absolviert in der Osterland-Apotheke eine Ausbildung zur PKA. Auch sie fand durch einen Tipp aus dem Bekanntenkreis in das Metier. Anstatt Jugendliche in die Apotheken einzuladen, sollten die Berufskollegen künftig an die Öffentlichkeit gehen, schlägt Dr. Lutz Gebert vor. So könnten beispielsweise im Rahmen von gemeinsamen Aktionen Arzneien hergestellt oder aber Arbeiten im Labor live demonstriert werden. Auch könnten die Apotheker an gemeinsamen Ständen Hilfsmittel vom Teststreifen bis zur Gehhilfe besser präsentieren als in der Apotheke. Auf jeden Fall sollten die Themen praxisnah orientiert sein, so Dr. Lutz Gebert.

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