Arzneimittel und Therapie

Adrenalin-Injektor: Lebensretter in der Notfallapotheke

Mit den wärmeren Monaten beginnt auch die Saison für Bienen und Wespen - und damit die risikoreiche Zeit für Patienten mit schweren Insektengiftallergien: Innerhalb von Minuten nach einem Stich kann sich ein lebensbedrohlicher anaphylaktischer Schock entwickeln, der bereits in der Frühphase einer sofortigen effektiven medikamentösen Behandlung bedarf.

Experten fordern daher, Risikopatienten für den Ernstfall mit einer Notfallapotheke zur Selbstmedikation zu wappnen. Diese sollte ein Antihistaminikum, ein Glucocorticoid sowie ein schnell wirksames und sicher zu applizierendes Adrenalin-Präparat enthalten, wie Allergopharma mitteilte.

In Deutschland werden noch immer pro Jahr bis zu 40 Todesfälle als Folge eines anaphylaktischen Schocks nach einem Insektenstich registriert. Allergologen gehen von einer großen Dunkelziffer und damit einer weitaus höheren Zahl von Todesfällen aus. Die anaphylaktischen Reaktionen beginnen sehr rasch, etwa bei der Hälfte aller Patienten innerhalb einer Zeitspanne von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde. Frühzeitiges und effizientes therapeutisches Eingreifen ist erforderlich, um den Verlauf dieser ernsten Komplikation rechtzeitig beherrschen zu können.

Insektenstiche ereignen sich typischerweise fernab einer qualifizierten medizinischen Versorgungsmöglichkeit - etwa am Badesee, beim Sport, Camping oder auch während eines Essens im Freien. Dies hat zur Folge, dass die Notfallsituation in den entscheidenden Minuten meist von den Patienten selber bzw. Laienhelfern bewältigt werden muss. Allergologen und Notfallmediziner setzen sich daher seit Jahren dafür ein, dass gefährdete Patienten mit einem Notfallset ausgerüstet sowie eingehend mit seiner Handhabung vertraut gemacht werden.

Adrenalin intramuskulär

Bereits bei ersten klinischen Zeichen einer drohenden Anaphylaxie wird die sofortige Gabe von Adrenalin unumgänglich. Seit dem Inkrafttreten der FCKW-Halon-Verbotsverordnung sind in Deutschland die früher für diesen Zweck gerne eingesetzten Adrenalin-Dosieraerosole nicht mehr erhältlich. Fastjekt, ein automatischer Adrenalin-Injektor zur i.m.-Applikation, gilt heute in Fachkreisen als Mittel der Wahl für die notfallmäßige Adrenalingabe im Rahmen der Laien-Selbsthilfe.

Diese in Deutschland derzeit einzige für die Notfallversorgung des anaphylaktischen Schocks zugelassene Adrenalin-Fertigspritze zeichnet sich durch eine rasche, sichere, patienten- und situationsgerechte Handhabbarkeit sowie eine schnell einsetzende Adrenalinwirkung innerhalb von wenigen Minuten aus. Dank automatischer Injektion ist auch unter schwierigen Notfallbedingungen die Verabreichung einer definierten Wirkstoffmenge in den Muskel gewährleistet und damit die Voraussetzung für einen rechtzeitigen Wirkeintritt und erfolgreichen Einsatz im Ernstfall geschaffen.

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