Feuilleton

Preußische Pflanzen

Etwa 20 Rosensorten wurden nach den Hohenzollern benannt. So gab Prinzessin Victoria, Tochter der Queen Victoria und Gattin des 99-Tage-Kaisers Friedrich, ihren Namen der Bourbonrose "Kronprinzessin Viktoria", über die die Fachliteratur schwärmerisch vermerkt: "kräftig wachsend, schön blühend, schlanke Knospe und große gefüllte Blüte, wohlriechend, reich- und dauerhaft blühend".

Ebenfalls beliebte Namensgeber waren Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Wilhelm I. (Alpenveilchen und vier Rosensorten) sowie Kaiserin Auguste Viktoria (u.a. eine Dahlie, eine Teehybridrose, eine Orchidee). In einer Beschreibung der grünhülsigen Buschbohnen aus dem Jahre 1888 finden sich nicht nur die "Kaiser Wilhelm" und die "Kaiser-Wilhelm-Riesen", sondern gar die "Verbesserten Kaiser-Wilhelm-Riesen". Und: Die Bohne "Viktoria" soll die "Kaiser Wilhelm" an Qualität noch übertroffen haben: Die großen Einzelbohnen "bestachen durch ihr blendendes Weiß mit hochroten Streifen", wie es in zeitgenössischen Beschreibungen heißt. Auch Staatsmänner und Militärs waren gefragte Paten: Otto von Bismarck z.B. war der Namensgeber für fünf Rosensorten und für die Bismarck-Palme. cae

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