Prisma

Stammzellen ersetzen Muskelzellen nach Herzinfarkt

Abgestorbenes Gewebe kann nach einem Herzinfarkt durch Stammzellen ersetzt werden. Einmal injiziert, entwickeln sich die Stammzellen im Herzen zu funktionierenden Muskelzellen.

So die Aussage von amerikanischen Wissenschaftlern in der Fachzeitschrift "Nature". Wie sie dort berichten, behandelten sie 30 weibliche Mäuse mit Stammzellen, die aus dem Knochenmark von männlichen Mäusen gewonnen und derart genetisch manipuliert worden waren, dass sie ein grün fluoreszierendes Protein zur Identifizierung nach der Transplantation enthielten.

Bei den Versuchstieren wurde künstlich ein Herzinfarkt eingeleitet und kurze Zeit darauf die Stammzellen in den Herzmuskel injiziert. Innerhalb der folgenden 11 Tage begannen sich die Stammzellen zu vermehren und sich in Herzmuskelzellen umzuwandeln.

Neun Tage nach der Injektion waren durchschnittlich 68 Prozent des zerstörten Herzmuskelgewebes durch die Stammzellen ersetzt worden. Allerdings stellte sich der Effekt nur bei 12 der 30 behandelten Mäuse ein. Bei den anderen Tieren gelang nach Aussage der Versuchsdurchführenden wahrscheinlich die Injektion der Stammzellen nicht richtig. Diese gestaltete sich äußerst schwierig, da das Herz der Mäuse etwa 600 Mal pro Minute schlägt.

In weiteren Versuchen soll daher auch an der Optimierung der Injektionsmethode gearbeitet werden. Sollten diese Versuche erfolgreich sein, wollen die Wissenschaftler in etwa drei Jahren mit klinischen Studien an Herzinfarkt-Patienten starten.

Quelle: Nature 2001, Vol. 410, Nr. 6829 vom 4. April 2001

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