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Gesundheitsausgaben 1998: knapp 11 % des Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit

BERLIN (sb/diz). Im Jahr 1998 wurden in Deutschland insgesamt 412,7 Mrd. DM für Gesundheit ausgegeben. Das entsprach 10,9 % des Bruttoinlandsprodukts. Diese Zahlen nannte Johann Hahlen, Präsident des Statistischen Bundesamtes, in einem Pressegespräch am 14. Februar in Berlin.

Von 1992 bis 1998 sind die Gesundheitsausgaben nominal (in jeweiligen Preisen) um insgesamt 92,1 Mrd. DM gestiegen (+ 28,7 %). Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt als Wert aller im Inland produzierten Waren und Dienstleistungen hat sich im gleichen Zeitraum nominal um 22,9 % erhöht. 1998 wurden in Deutschland insgesamt 5 030 DM je Einwohner für Gesundheitsleistungen ausgegeben, darunter 1 300 DM für ärztliche Leistungen und 720 DM für Arzneimittel. Im Jahr 1996 waren es 4 960 DM je Einwohner, 1 290 DM für ärztliche Leistungen und 680 DM für Arzneimittel.

Ausgabenanstieg in der GKV

Der mit Abstand größte Ausgabenträger war im Jahr 1998 die gesetzliche Krankenversicherung mit 231,7 Mrd. DM, das sind 56,1 % der Gesundheitsausgaben. Es folgen die privaten Haushalte (45,5 Mrd. DM) und die öffentlichen Haushalte (34,6 Mrd. DM). Zwischen 1996 und 1998 sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung unterdurchschnittlich um 1,4 % angewachsen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit haben sich die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung von 1998 bis 1999 nochmals um 2,7 % erhöht.

Zweite Stufe der Pflegeversicherung

Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung stiegen die Ausgaben um 43,2 %. Dies ist auf die Einführung der zweiten Stufe der Pflegeversicherung zum 1. Juli 1996 zurückzuführen. Seit diesem Zeitpunkt werden auch Leistungen der stationären Pflege von der Pflegeversicherung übernommen. Auch der Ausgabenanstieg in der privaten Krankenversicherung (+ 10,4 %) wurde davon beeinflusst. Wegen der Einführung der zweiten Pflegestufe sind die Ausgaben der öffentlichen Haushalte (- 23,0 %) und der gesetzlichen Rentenversicherung (- 28,7 %) zurückgegangen.

Größter Ausgabenposten: "Waren"

Am meisten gaben die Ausgabenträger 1998 mit 107,5 Mrd. DM für die Leistungsart Waren aus, so das Statistische Bundesamt. Unter diesem Oberbegriff werden Arzneimittel, Hilfsmittel, Zahnersatz sowie Implantate, Blutprodukte und medizinischer Bedarf zusammengefasst. An zweiter Stelle folgten ärztliche Leistungen mit 106,7 Mrd. DM. Pflegerische und therapeutische Leistungen kosteten 88,1 Mrd. DM. Von 1996 bis 1998 stiegen die Ausgaben für Waren um 4,4 %, für ärztliche Leistungen um 1,4 % und für pflegerische und therapeutische Leistungen um 2,0 %.

Rund 38 % für Krankenhäuser

Für Leistungen in Arztpraxen, Apotheken und anderen ambulanten Einrichtungen wurden 1998 186,7 Mrd. DM (45,2 % der Gesundheitsausgaben) aufgewendet. Die Ausgaben für Leistungen in Krankenhäusern und sonstigen stationären und teilstationären Einrichtungen beliefen sich auf 157,9 Mrd. DM, das entspricht einem Anteil von 38,2 % an den Gesundheitsausgaben. Die sonstigen Wirtschaftszweige - hierunter werden z.B. Privatpersonen, die pflegerische Leistungen erbringen, oder Einrichtungen des Gesundheitsfachhandels (wie Sanitätshäuser) erfasst - trugen Leistungen in Höhe von 15,2 Mrd. DM bei. Die Ausgaben für Einrichtungen der ambulanten sowie der stationären und teilstationären Gesundheitseinrichtungen sind zwischen 1996 und 1998 um 3,5 % bzw. 2,0 % angestiegen.

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