DAZ aktuell

Debakel in der Hose (Lutz Bäucker)

Eigentlich wollten wir heute sein Comeback feiern: Horst Seehofer – er ist wieder da! Ja-ha! Unser Lieblingspolitiker. Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt (Helmut sei dank!). Doch es ist was dazwischen gekommen – das mit dem Horst, das erledigen wir demnächst.

Heute gehts um ein paar Millimeter, die entscheiden sein können. Genauer gesagt: 5 Millimeter fehlen bzw. sind einfach nicht da. Und waren wohl auch niemals da – fünf Millimeter. Wenn sie bitte mal Ihr Metermaß zur Hand nehmen und abmessen möchten, ja? sehen Sie: fünf, das ist echt nicht viel. Oder? Nuja – wenn sie nicht da sind, wo sie sein sollten – dann kommen unsere Maßstäbe völlig durcheinander. Und diese Millimeter – sie gehen uns tatsächlich ab – und zwar ausgerechnet dort, wos drauf ankommt: "unterhalb der Leibesmitte des Mannes" würde Loriot die Sache lokalisieren. Ja, genau: ER ist zu dünn. Fünf Millimeter! Im Schnitt, nachgemessen an – Zitat "Focus" – "250 postpubertären Phalli".

Niederschmetterndes Ergebnis. Die Säule zwischenmenschlicher Beziehung droht zu bröckeln: deutscher Manneskraft scheint's an "Durchsetzungsvermögen" zu mangeln. Und rausgefunden haben das ein paar Kondomfabrikanten aus Köln: sie ließen messen und stellten fest – europäische Liebestütchen sind zu groß für den deutschen Markt. "Die fallen den Anwendern runter!" flapste Pro-Familia-Sexperte Syllwasschy (welch ein Name...). Denn die EU-Norm für diese Gummiwaren beträgt nach "EN 600" 170 mm Länge und 52 mm Breite – deutsche Männer haben aber höchstens was mit 45 – 47 Millimetern in den Hosen. Da hilft auch kein Viagra weiter – wo nix ist, da wird auch nie etwas sein.

Höhnisches Gelächter anderer "EN 600"–User dürfte sich erübrigen: die Franzosen mussten ihre Forderung nach 56 Millimetern Breite bereits vor Jahren zurückziehen. Ein klassischer "interruptus" also, besonders frustrierend. Doch was lernen wir aus diesem Gummi-Debakel? Erstens: die Industrie produziert am Kunden vorbei. Zweitens: die Ausgangsdaten sind entweder uralt ("Früher war eh alles besser...") oder schlicht falsch aufgrund bewusst übertriebener Angaben der zu Testzwecken befragten Verbraucher.

Was uns nicht verwundern würde: gerade auf diesem Gebiet der Wissenschaft treten vermehrt Daten auf, die eher dem Wunschdenken als den tatsächlichen harten Tatsachen entsprechen. Dass dies nicht eher ans Tageslicht gekommen ist, verwundert nicht: oft genug fehlt's nämlich wirklich am für eine Nachprüfung nötigen Tageslicht, außerdem sind empirische Daten ("fühlt sich so an..." o. ä.) immer mit Vorsicht zu genießen.

Apropos: dem Genuss tut die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit keinen Abbruch, klein kann ja auch fein sein: Eine feine Sache ist die – Zitat "Focus" – "Katastrophe in Pink" aber für uns, liebe Kolleginnen und Kollegen: da tut sich Beratungsbedarf auf, neue Größen braucht der deutsche Mann: "Darf's ein bisschen mehr sein?" erinnert zwar an Verkaufsgespräche in deutschen Metzgereien, sollte aber in Zukunft auch in unseren Sprachschatz Eingang finden. Denn der Einkauf in deutschen Apotheken sollte doch Spaß machen!

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