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Stiftung-Warentest: Mittel für Haut,Haare und Nägel überflüssig?

(rüd). "Kräftige Fingernägel, glänzende Haare, strahlender Teint" Ų die Zeitschrift "test" untersuchte in ihrer Februar-Ausgabe die Werbeversprechen von Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln, die Schönheit bringen sollen. Die Ergebnisse sind ernüchternd und kostspielig, so "test".

Die Präparate sollen das Erscheinungsbild von Haut und Haaren verbessern. Sie enthalten Biotin, Kieselsäure, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitaminmischungen. Der Erfolg der Präparate ist ungewiss, so der Artikel in dem Verbrauchermagazin. Die Inhaltsstoffe werden im Rahmen einer normalen Ernährung in ausreichender Menge aufgenommen. Weiter heißt es, dass ein deutlicher Vitamin- und Mineralstoffmangel in unseren Breiten eher krankheits- als ernährungsbedingt sei. Dann sei in der Regel aber der gesamte Organismus davon betroffen, der Zustand von Haut, Haaren und Nägeln sei dann nur Nebensache.

Biotinmangel praktisch unbekannt

Laut Beurteilung von "test" sei Biotin für den gesamten Organismus nur in winzigen Mengen notwendig. Außer bei schwerwiegenden Stoffwechselstörungen sei ein Biotinmangel praktisch unbekannt. Die Aussage, dass zusätzliche Biotingaben einen positiven Einfluss auf Störungen des Nagelwachstums habe, gehe zurück auf Versuche bei Pferden und Schweinen, bei denen die Hufe nach Biotingaben besser gewachsen seien. Um die Wirkung auch beim Menschen zu belegen, gebe es bisher nur wenige Untersuchungen, die zudem wissenschaftlich noch nicht ausreichend abgesichert seien. Fest stehe lediglich, dass die Arzneimittel einen Biotinmangel beheben könnten, der durch bestimmte Krankheiten hervorgerufen werde.

Auch zur Kieselsäure, die den Anspruch auf Verbesserung des Erscheinungsbildes von Haut, Haaren und Nägeln erhebe, äußerte sich "test" kritisch. Es gebe nur wenige Daten aus methodisch unzureichenden Studien. Die Unsicherheit spiegele sich in den unterschiedlichen Dosierungen der Präparate wider. Produkte mit so genannter Breitbandwirkung, die mit "14 wichtigen Vital- und Aufbaustoffen für natürliche Schönheit von innen" werben, seien bei vernünftiger Ernährung überflüssig. Die Deckung des Vitaminbedarfes nach den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung seien zwar erfüllt, wenn nicht sogar überschritten, aber ein positiver Einfluss auf Haut, Haare und Nägel sei auch hier nicht hinreichend belegt.

Erst äußere Ursachen abstellen

Die Zeitschrift befasst sich auch mit äußeren Einflüssen, die Haut, Haare und Nägel in Mitleidenschaft ziehen können. Genannt werden Magersucht, Chemotherapie bei Krebs, schwere Infektionen und Hormone. Aber auch Dauerwellen, Färben, häufiges Haarewaschen könnten zu einer Schädigung der Haare führen. Nagelveränderungen wiesen auf Durchblutungs- oder Stoffwechselstörungen hin. Rötungen der Haut, Ausschlag und andere Symptome seien oft durch Irritationen oder allergische Reaktionen bedingt.

Als Rat an die Verbraucher empfiehlt die Zeitschrift keine großen Erwartungen in Mittel für Haut, Haare und Nägel zu setzen. Der Erfolg sei, wenn überhaupt, erst nach Wochen sichtbar und bis dahin sei viel Geld ausgegeben worden. Bei ernsten Problemen wie Rötungen der Haut, Jucken, Brüchigkeit der Nägel und vermehrter Haarausfall sei der Hautarzt der Ansprechpartner. Hilfreich seien außerdem wenig Stress, frische Luft und ein Leben ohne Nikotin. Die Bewertung der Präparate erfolgte im Rahmen einer Literaturstudie, basierend auf wissenschaftlichem Erkenntnismaterial.

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