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GKV-Zahlen: Plus zum Jahresende erwartet

BONN (im). Die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind zwischen Januar und September um drei Prozent in den alten und um 5,5 Prozent in den neuen Bundesländern angestiegen. Wegen der Einnahmen aus den 630-Mark-Jobs rechnet Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer zum Jahresende insgesamt mit einem Plus von geschätzt einer Milliarde Mark in der GKV.

Bundesweit nahmen die Arzneiausgaben in den ersten drei Quartalen um 3,5 Prozent zu. Fischer betonte hier, diese Zuwächse setzten auf einem "hohen Ausgabenanstieg" von zehn Prozent 1999 auf. Sie ließ in diesem Zusammenhang allerdings politisch verursachte Faktoren unerwähnt wie die 1998 auf 16 Prozent erhöhte Mehrwertsteuer auch auf Medikamente sowie die ab 1999 reduzierte Zuzahlung der Patienten zu Großpackungen bei zugleich ausgeweiteten Härtefallregelungen, die zu höheren Belastungen bei den Krankenkassen führen. Fischer nannte weiteres Sparen vor allem in Ostdeutschland und in den Regionen mit überschrittenen Arzneibudgets notwendig. Für Hilfsmittel wendeten die Kassen in den ersten neun Monaten dieses Jahres 3,9 Prozent (West) und 3,6 Prozent (Ost) mehr als im Vorjahreszeitraum auf. Die Ausgaben für Bäder und Massagen sanken um 1,9 Prozent (West) und 0,4 Prozent (Ost). Für ärztliche Behandlungen gaben die Kassen bundesweit 1,4 Prozent mehr aus. Die Bundesgesundheitsministerin konstatierte lediglich "moderate" Zuwächse in den meisten Sektoren.

Schere bleibt

Die unterschiedliche Einnahme- und Ausgabenentwicklung in den alten und neuen Bundesländern setzte sich fort. Während im Westen die Ausgaben (plus 1,6 Prozent) leicht unter den Einnahmen (1,7 Prozent) blieben, überstiegen im Osten die Ausgaben (plus 2,4 Prozent) nach wie vor die Einnahmen (0,8 Prozent). Entspannung scheint bei den Verwaltungskosten der Kassen angesagt zu sein. Sie blieben gemessen am Vorjahr konstant.

630-Mark-Quelle sprudelt

Die Bundesgesundheitsministerin nannte die finanzielle Bilanz der GKV nach zwei Jahren rotgrüner Regierung positiv. Die Ausgaben seien nicht aus dem Ruder gelaufen, sondern durch moderate Zuwächse gekennzeichnet. Zwischen Januar und September habe sich das Defizit in der GKV von 2,46 Milliarden (erstes Halbjahr 2000) auf 1,36 Milliarden Mark reduziert. Die GKV werde das Gesamtjahr voraussichtlich mit einem Plus von einer Milliarde Mark abschließen, denn aufgrund der Weihnachtsgeldzahlungen hätten die Kassen im vierten Quartal höhere Einnahmen. Deutlich mehr Geld spülten die Einnahmen aus den geringfügigen Beschäftigungen in die Kassen der GKV. Die Zusatzeinnahmen aus den 630-Mark-Jobs lägen um eine Milliarde Mark höher als zuvor geschätzt.

Entspannung bei Beiträgen?

Der durchschnittliche Beitragssatz habe in den ersten drei Quartalen bei 13,57 Prozent und damit leicht unter dem Vorjahreswert (13,60 Prozent) gelegen. Laut Fischer liegen keine Hinweise auf steigende Beitragssätze vor. Sie schloss aber Veränderungen bei einzelnen Krankenkassen nicht aus. Die Ministerin nannte konsequente Ausgabenbegrenzungen auch weiterhin unverzichtbar. Dazu gehöre die wirtschaftliche Verordnung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln.

Kastentext

Die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind in den ersten drei Quartalen um drei Prozent in den alten und um 5,5 Prozent in den neuen Bundesländern angestiegen. Die Ostausgaben für Arzneimittel liegen jetzt bei 111 Prozent der Westausgaben der GKV-Versicherten. Erstmals wiesen die Ostkassen einen Überschuss von 0,32 Milliarden Mark aus. Der Grund dafür ist, dass zwischen Januar und September 1,9 Milliarden Mark von den alten in die neuen Länder flossen. Für das gesamte Jahr wird dieser Transfer schätzungsweise 2,6 Milliarden Mark erreichen.

Die Arzneimittelausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sind zwischen Januar und September um drei Prozent in den alten und um 5,5 Prozent in den neuen Bundesländern angestiegen. Wegen der Einnahmen aus den 630-Mark-Jobs rechnet Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer zum Jahresende insgesamt mit einem Plus von geschätzt einer Milliarde Mark in der GKV.

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