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Verhütung: Das Anti-Baby-Pflaster

Nicht mehr täglich, sondern nur noch dreimal im Zyklus müsste "frau" an die Verhütung denken. Das Hormonpflaster Evra könnte somit in Zukunft eine Alternative für alle Frauen sein, die gerne einmal die Einnahme der Pille vergessen. Das Pflaster muss nur alle sieben Tage erneuert werden und scheint genauso zuverlässig zu sein wie die Pille. Die Zulassung in den USA erhofft die Herstellerfirma Johnson & Johnson noch in diesem Jahr.

Das Hormonpflaster Evra besitzt eine Größe von etwa vier auf fünf Zentimeter und enthält 6 mg 17-Deacetylnorgestimat und 0,75 mg Ethinylestradiol. Die tägliche Freisetzungsrate beträgt 150 Ķg 17-Deacetylnorgestimat und 20 Ķg Ethinylestradiol. Das Pflaster kann prinzipiell überall am Körper getragen werden, ausgenommen auf oder in der Nähe der Brust. Bevorzugte Stellen sind Hüfte und Schulter. Wichtig ist, die Klebestelle mit jedem neuen Pflaster zu wechseln. Der entscheidende Vorteil des Hormonpflasters ist, dass nicht an die tägliche Einnahme der Pille gedacht werden muss. Das Pflaster muss nur alle sieben Tage erneuert werden. Auch sollen die Hormonspiegel im Blut bei Verwendung des Pflasters konstanter sein als bei der Pille. In einer randomisierten Studie erhielten 600 Frauen entweder Ortho-Cyclen, ein orales Kontrazeptivum mit 250 Ķg Norgestimat und 35 Ķg Ethinylestradiol, oder eines von drei verschieden großen (10 cm2, 15 cm2 und 20 cm2) transdermalen Pflastern, die je nach Größe 3/4,5/6 mg 17-Deacetylnorgestimat und 0,38/0,56/0,75 mg Ethinylestradiol enthielten, jedoch eine gleiche Freisetzungsrate von jeweils 150 Ķg 17-Deacetylnorgestimat und 20 Ķg Ethinylestradiol pro Tag besaßen. Über die Dauer von drei Zyklen verwendeten die Frauen in der "Pflastergruppe" in den ersten drei Wochen ihres Zyklus das Hormonpflaster, in der vierten Woche ein Plazebopflaster. Jedes Pflaster verblieb über sieben Tage auf der Haut. Die Ergebnisse: Das größte Pflaster mit 20 cm2 zeigte eine gleich gute Effektivität wie das orale Kontrazeptivum. Das Hormonpflaster wurde von den meisten Frauen gut vertragen. Einige berichteten über Hautirritationen an der Klebestelle. Diese Frauen kamen meist besser zurecht, wenn sie das Pflaster nicht auf die Hüfte, sondern auf die Schulter klebten. la

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