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Private Krankenversicherung: Arzneiausgaben legen um zehn Prozent zu

BONN (im). Bei den privaten Krankenversicherern steigen die Kosten für Medikamente stark an. Um zehn Prozent wuchsen die Ausgaben für Arznei- und Verbandmittel pro Versichertem im vergangenen Jahr, so ist dem Zahlenbericht 1999/2000 des Verbands der privaten Krankenversicherung zu entnehmen, der am 7. November in Köln veröffentlicht wurde.

Damit liege dieser Anstieg über dem Durchschnitt, denn der Kostenanstieg pro Versichertem habe insgesamt 3,2 Prozent betragen. Mit 40 Prozent entfiel der Löwenanteil der Leistungen von privaten Krankenversicherern auf den Krankenhausbereich, 38 Prozent wurden für ambulante Arzt- und Zahnarztbehandlung ausgegeben und für die Erstattung von Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln rund 15 Prozent.

Mitgliederzuwachs

Die privaten Versicherungsunternehmen verweisen auf den Mitgliederzuwachs. Um 150 000 Personen stieg die Zahl derjenigen, die den Vollschutz wählten. Eine Vollversicherung haben demnach jetzt 7,36 Millionen Deutsche. Das liege im Trend des Vorjahres, hieß es beim Verband in Köln. In der privaten Pflegeversicherung sei der Neuzugang mit 95 000 Personen niedriger als in der Krankenversicherung ausgefallen. Insgesamt seien rund 8,226 Millionen Menschen privat pflegeversichert.

Die Zahl derjenigen mit einer Zusatzversicherung sei leicht um 100 000 zurückgegangen. 1999 hatten fast 14 Millionen eine ergänzende Police abgeschlossen.

Trends

Im ersten Halbjahr 2000 hatten nach Angaben des PKV-Verbands 7,4 Millionen eine private Krankenvollversicherung, das sei unter Berücksichtigung von Todesfällen oder Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein Netto-Neuzugang von 74 600 Personen. Bis zum Jahresende hin rechnen die privaten Krankenkassen mit weiteren Zugängen wegen der bis Dezember 2000 befristeten Öffnung der PKV für nicht privat versicherte Beamte. Auch durch die erschwerte Rückkehrmöglichkeit zur GKV sowie die Ausweitung des Standardtarifs werden mehr Interessenten erwartet. Vermutet wird darüber hinaus, dass durch die Anhebung der Bemessungsgrenze in den neuen Bundesländern auf Westniveau von 2001 an noch in diesem Jahr freiwillig GKV-Versicherte im Osten zur PKV wechseln.

Bei den Zusatzversicherungen sei ein Rückgang auf 13,7 Millionen Versicherte im ersten Halbjahr zu verzeichnen.

Die Beitragseinnahmen betrugen laut PKV-Verband im ersten Halbjahr 2000 über 20,1 Milliarden Mark, wovon 13,4 Milliarden oder 66,5 Prozent auf die Krankheitsvollversicherung und 1,9 Milliarden Mark (9,5 Prozent) auf die private Pflegepflichtversicherung entfielen. Die private Krankenversicherung könne für 2000 voraussichtlich mit Beitragseinnahmen von 40,5 (davon für die Krankenversicherung 36,5 und für die Pflege vier) Milliarden Mark rechnen.

Die Versicherungsleistungen lagen demnach im ersten Halbjahr 2000 bei 12,8 Milliarden, einschließlich der Pflege bei über 13,2 Milliarden. Bis Ende dieses Jahres wird mit Versicherungsleistungen von fast 26,3 (davon Krankenversicherung 25,4 und Pflegepflichtversicherung 0,9) Milliarden Mark gerechnet.

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