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Arbeitskräftemangel endlich thematisiert

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker hat sich auf dem Deutschen Apothekertag in Köln am 29. September mit dem gravierenden pharmazeutischen Arbeitskräftemangel befasst. Die Hauptversammlung beschloss mit großer Mehrheit, die Bundesländer aufzufordern, mehr Ausbildungskapazitäten an den Universitäten und PTA-Lehranstalten zu schaffen. Außerdem sollen die Apothekerkammern und -verbände aufgefordert werden, Wiedereingliederungsmaßnahmen zu verstärken.

BVA warnt seit Jahren

Der BVA (Bundesverband der Angestellten in Apotheken), der die rund 110000 Apothekenangestellten in tarif- und berufspolitischer Hinsicht vertritt, begrüßt die Diskussion zu diesem Thema. "Wir haben schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass die pharmazeutischen Berufe ohne eine angemessene Bezahlung unter mangelnder Nachfrage leiden werden", so die BVA-Vorsitzende Monika Oppenkowski. "Inzwischen scheint das Problem endlich auch den Apothekenleitern bewusst zu sein."

Die Situation ist tatsächlich ernst: In manchen Regionen kommt auf zehn Stellenangebote im Durchschnitt nur eine Bewerbung. Grund für die im Vergleich zu anderen Berufen niedrigere Bezahlung sind zum einen die seit Jahren zu niedrigen Tarifabschlüsse, zum anderen die immer wieder praktizierte Verschleppung von Tarifverhandlungen seitens der Arbeitgeber.

Frauenanteil nimmt zu

Hans-Günter Friese, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände - ABDA, gab auf der Hauptversammlung zu, dass die mangelnde Attraktivität der pharmazeutischen Berufe für Männer mit der Bezahlung zu tun habe. Derzeit sind bis zu 80 Prozent der Erstsemester im Pharmaziestudium Frauen. Die PTA-Auszubildenden sind sogar zu fast 100 Prozent weiblich.

Der hohe Frauenanteil bei den Apothekenangestellten führt zu einer niedrigen beruflichen Verweildauer. 1999 lag sie nach einer repräsentativen Umfrage bei durchschnittlich 5,9 Jahren. Es war Konsens unter den Delegierten des Apothekertages, dass sie den Wiedereinstieg nach der Kinderpause für weibliche Angestellte erleichtern müssen. Außerdem gelte es, die pharmazeutischen Berufsbilder in der Öffentlichkeit stärker und positiver darzustellen.

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