Arzneimittel und Therapie

Mammakarzinom: Docetaxel plus Doxorubicin für die Behandlung des fortgeschritte

Künftig steht eine neue Kombinationstherapie zur Verfügung, die bei Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung signifikant verlängert und die Tumoransprechrate im klinischen Vergleich deutlich verbessert. Docetaxel plus Doxorubicin ist die erste zugelassene Taxankombination, die in der First-line-Chemotherapie des fortgeschrittenen Brustkrebses einem anthracyclinhaltigen Vergleichsregime überlegen ist, wie Aventis Pharma mitteilte.

Brustkrebs ist bei Frauen weltweit die häufigste Ursache krebsbedingter Todesfälle. Aventis Pharma gab nun bekannt, dass die Europäische Kommission die Erweiterung der Marktzulassung für Docetaxel (Taxotere) in Kombination mit Adriamycin (Doxorubicin) zur Behandlung von Patientinnen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor im metastasierten Stadium noch keine zytotoxische Therapie erhalten hatten, in den 15 Mitgliedstaaten der Europäischen Union zugelassen hat.

Bisher: nach primärer Chemotherapie

Bislang war Docetaxel in der EU für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebses nach Versagen einer vorausgegangenen Chemotherapie (mit Alkylanzien oder Anthracyclinen) und für die Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms nach Versagen einer primären Chemotherapie zugelassen.

Ergebnisse aus Phase-III-Studie

Die Zulassung der Europäischen Kommission stützte sich auf die Ergebnisse einer weltweiten multizentrischen, randomisierten klinischen Phase-III-Studie, an der 429 zuvor im metastasierten Stadium nicht zytostatisch vorbehandelte Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs teilgenommen haben. Die Patientinnen wurden entweder mit Doxorubicin (50 mg/m2) in Kombination mit Docetaxel (75 mg/m2) oder mit Doxorubicin (60 mg/m2) in Kombination mit Cyclophosphamid (600 mg/m2) behandelt. Beide Regime wurden alle drei Wochen bis zu acht Zyklen lang verabreicht. Mit Docetaxel/Doxorubicin wurde ein signifikant verlängerter Zeitraum bis zur Progression der Erkrankung (37,3 Wochen versus 31,9 Wochen) und eine signifkant höhere Gesamt-Ansprechrate (59,3% versus 46,5%) als im Doxorubicin/Cyclophosphamid-Arm festgestellt. Dabei wiesen beide Kombinationstherapien ein kontrollierbares Nebenwirkungsprofil auf. Im Docetaxel/Doxorubicin-Arm zeigte sich keine verstärkte Kardiotoxizität.

Klinisch signifikante Verbesserung

Die Kombination der beiden Zytostatika Docetaxel und Doxorubicin bietet einen signifikanten Vorteil gegenüber dem Vergleichsarm für die Primärtherapie und hat sich daher als hilfreiche Therapie für Patientinnen in fortgeschrittenem Stadium der Erkrankung gezeigt. Bemerkenswert ist die klinisch signifikante Verbesserung, die bei Patientinnen mit aggressivem und stark metastasiertem Verlauf der Tumorerkrankung festgestellt wurde. Bei diesem Kollektiv erzielte die Vergleichskombination keine oder nur unzureichende Wirkung. Die positiven Ergebnisse der Studie und die Zulassung dieser Kombination in der Europäischen Union könnten zu einem neuen Therapiestandard für die Behandlung des fortgeschrittenen metastasierten Brustkrebses führen.

Docetaxel

Docetaxel, ein Zytostatikum aus der Substanzklasse der Taxane, hemmt die Teilung der Krebszellen durch Bildung so genannter Mikrotubulibündel. Mikrotubuli sind Bestandteile des Zytoskeletts und des Spindelapparates und unterliegen während der Zellteilung einem ständigen Auf- und Abbau. Der Spindelapparat sorgt bei der Zellteilung für die gleichmäßige Verteilung der Chromosomen auf die Tochterzellen. Werden die Mikrotubulibündel des Spindelapparates nun durch Docetaxel in ihrem polymerisierten Zustand gehalten, kann sich die betroffene Krebszelle nicht mehr weiter teilen und stirbt ab. Docetaxel ist bereits in über 80Ländern, darunter die Europäische Union und die USA, für die Behandlung fortgeschrittener Mammakarzinome nach Versagen einer primären Chemotherapie zugelassen. Docetaxel ist ebenfalls zur Behandlung von lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinomen in der EU, den USA und über 50 weiteren Ländern zugelassen. Bei Patienten mit normaler Leberfunktion umfassen die bislang gemeldeten Nebenwirkungen Neutropenie, Thrombozytopenie, Anämie, Flüssigkeitsretention, Übelkeit, Hautreaktionen, Neuropathie, Diarrhö und Alopezie. Zur Prävention oder Verringerung von Überempfindlichkeitsreaktionen und Flüssigkeitsansammlungen wird eine Vorbehandlung mit oralen Corticosteroiden empfohlen. Docetaxel eignet sich generell nicht für die Behandlung von Patienten mit Leberfunktionsstörungen.

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