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Aus Öko-Test: Die Suche nach dem richtigen Arzt

STUTTGART (la). Den richtigen Arzt zu finden war bis vor kurzem noch reine Glückssache. Freunde oder Nachbarn wurden um Rat gefragt oder den gelben Seiten eine Adresse entnommen. Mittlerweile werden verschiedene Arztsuchdienste angeboten. Ob diese den passenden Arzt vermitteln können und zu welchem Preis, das nahm die Zeitschrift "Öko-Test" in ihrer Ausgabe vom Februar 2000 genauer unter die Lupe.

Private Anbieter versuchen mit ihren Arztsuchdiensten die Wahl des richtigen Arztes zu erleichtern. Da keine Vergleichsdaten über die Qualität von ärztlichen Leistungen bekannt sind, lässt die Beratung aber oft zu wünschen übrig. Statistische Angaben über die Art und Häufigkeit von Operationen in deutschen Krankenhäusern liegen zwar vor, werden jedoch von den Ärzten selbst unter Verschluss gehalten. Die Informationen, die der Patient erhält, sind also weder objektiv noch vollständig. Oft gehen sie nicht über die Angaben auf dem Praxisschild hinaus. Gibt der Arzt zusätzliche Leistungen seiner Praxis an, werden diese ohne jede Prüfung übernommen. Die Suchdienste finanzieren sich meist über Gebühren, die entweder der Arzt oder der Patient zu entrichten hat. Die Dienste "Arzt-Auskunft" und "Arzt-Partner" beispielsweise kassieren bei den Ärzten. "Comed", die Interessengemeinschaft der Krankenversicherten e.V., bittet ihre Mitglieder zur Kasse. "Topmedic" finanziert sich über Telefongebühren.

Die "Patienteninformation für Naturheilkunde" in Berlin geht dagegen, nach Aussage von "Öko-Test", mit gutem Beispiel voran. Dieser Verein deckt seine Kosten vor allem über Spenden. Die Ärzte können sich gebührenfrei eintragen und auch die Nachfrage kostet keinen Pfennig. So stehen dort mittlerweile 6 000 Ärzte mit der Zusatzbezeichnung "Naturheilverfahren" zur Abfrage bereit. Die Organisation bittet bei jeder Arztvermittlung um Rückmeldung des Patienten und optimiert auf diesem Weg ihre Beratungsarbeit. Umfangreichere Recherchen in der medizinischen Datenbank sind kostenpflichtig. Auch Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen bieten bundesweit ihren Service an. Es sind nur die Telefongebühren zu entrichten, außer in Hamburg. Dort wurde eine (0190)-Nummer eingerichtet.

Die verzeichneten Adressen sind vollständig und richtig. Auch über Besonderheiten der Praxis wird informiert, z. B. ob diese behindertengerecht ist. Ärztekammern und Kassenärztliche Vereinigungen bieten auch im Internet regionale Ärzteverzeichnisse und Suchdienste an. Insgesamt gesehen sind die Auskunftsdienste leider nicht zufriedenstellend. Es lässt sich kein sicheres Urteil über die Qualität der Leistungen fällen. Gerade dies interessiert aber den hilfesuchenden Patienten. Einzig die "Patientenberatung der Verbraucherzentrale Hamburg" bietet eine Checkliste an, mit der die Leistungen von Ärzten eingeschätzt werden können.

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