Prisma

Mit Rauchen gar nicht erst anfangen

Wissenschaftler der Harvard University und der University of California entdeckten eine Mutation, die K-ras Mutation, die nur bei Rauchern vorkommt und als krebsverursachend eingestuft wird. Menschen, die diese Mutation besitzen, sterben mit einer viermal höheren Wahrscheinlichkeit an Lungenkrebs.

Bei der Studie wurden 365 Lungenkrebs-Patienten über vier Jahre beobachtet. In 10% der Fälle fand sich eine K-ras Mutation, wobei die Rate bei Frauen dreimal so hoch war wie bei Männern. Für diesen Unterschied soll das Hormon Östrogen verantwortlich sein, das bei Frauen das Krebswachstum noch zu unterstützen scheint. John Wienke ist der festen Überzeugung: "Der entscheidendere Punkt ist gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen als damit aufzuhören". Denn auch bei "einmaligen" Rauchern wurde eine hohe Veranlagung für die K-ras Mutation gefunden.

Auch für Gordon McVie von der Cancer Research Campaign steht außer Zweifel, dass es eine Verbindung zwischen der K-ras Mutation und Lungenkrebs gibt. Er ist im Gegensatz zu Wiencke jedoch davon überzeugt, dass diese Verbindung schwächer wird, wenn man mit dem Rauchen vor dem 55. Lebensjahr aufhört. Da die Mutation den Tumor in einem sehr frühen Stadium beeinflusst und vor allem Raucherinnen stark davon betroffen sind, wurde ein Screening-Programm vorgeschlagen. Damit sollen die Mutationen in Fällen des Adenokarzinoms so früh wie möglich erkannt werden, um die Patienten schnellstens zu behandeln. Das Adenokarzinom ist für etwa 40% aller Lungenkrebserkrankungen verantwortlich. la

Quelle: www.wissenschaft.de, Meldung vom 06.12.1999

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