Arzneimittel und Therapie

Alzheimer-Demenz: Donepezil senkt die Gesamtkosten

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) führt als ein Beispiel für die "dramatische Unterversorgung" im Arzneimittelbereich unter 13 Indikationsgebieten auch die Alzheimer-Krankheit an. Obwohl vielfach nachgewiesen wurde, dass die Erkrankung mit Acetylcholinesterase-Hemmern wirksam behandelt werden kann, wird in Deutschland nach einer Information von Eisai, Frankfurt, und Pfizer, Karlsruhe, die Verordnung dieser Medikamente aus Budgetgründen häufig verweigert.

Hier ist ein Umdenken notwendig, zum einen aus ethisch-moralischen Gründen - zum anderen aus Kostengründen: Letztendlich führt die wirksame Therapie der Alzheimer-Demenz zu einer Kostenersparnis, da Aufwendungen für ambulante und stationäre Pflege reduziert werden können.

Bei den beiden großen Jahrestagungen der amerikanischen neurologischen und psychiatrischen Fachgesellschaften wurden der wissenschaftlichen Öffentlichkeit hierzu aktuelle Studienergebnisse präsentiert. Sie zeigten, dass die Linderung der komplexen Alzheimer-Symptomatik zur Entlastung von Patient und pflegenden Angehörigen und - das wurde doppelblind und plazebokontrolliert nachgewiesen - zur Einsparung von Kosten für die Behandlung und Betreuung der betroffenen Patienten führt.

So wirkt Donepezil günstig auf die kognitive Leistungsfähigkeit von Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz. Es verbessert diesen Leistungsparameter nachweislich im Mittel über etwa 9 Monate gegenüber dem Ausgangswert und verzögert danach den krankheitsbedingten Leistungsverfall - das wurde in einer doppelblinden plazebokontrollierten Studie über ein Jahr belegt.

Funktionelle Fähigkeiten unter Donepezil gebessert

Darüber hinaus verlangsamt Donepezil auch den Verlust der Alltagskompetenz, sodass die Patienten im täglichen Leben möglicherweise länger aktiv und selbstständig bleiben. Dafür lieferte eine amerikanische Arbeitsgruppe neue Evidenz-basierte Daten aus einer Studie an 431 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz, die über ein Jahr randomisiert und doppelblind mit Donepezil oder Plazebo behandelt wurden.

Die Patienten der Verumgruppe erhielten Donepezil in etablierter Dosierung, die mit 5 mg pro Tag gestartet und nach 28 Tagen auf 10 mg pro Tag erhöht wurde.

Unter Donepezil konnten die funktionellen Fähigkeiten zur Durchführung einfacher und komplexer Aktivitäten des täglichen Lebens (z.B. Nahrungsaufnahme und Ankleiden bzw. Telefonieren und Haushaltserledigungen) im Vergleich zu Plazebo deutlich länger erhalten werden.

Die Wahrscheinlichkeit, nach 48 Behandlungswochen noch über diese Fähigkeiten zu verfügen, bezifferten die Studienautoren auf 51% für die Patienten der Donepezil-Behandlungsgruppe und auf 35% für diejenigen der Plazebogruppe. Die mittlere Zeit bis zum definierten Funktionsverlust in der Plazebogruppe (Median: 208 Tage) konnte unter der Behandlung mit Donepezil um 72% gesteigert werden (Median: 357 Tage).

Deutliche Entlastung für die Pflege trägt zur Kostensenkung bei

Alle diese Wirkeffekte der Donepezil-Behandlung bessern die Gesamtsituation der Patienten und tragen entscheidend zur Entlastung der pflegenden Angehörigen bei. Das wiederum kann sich günstig auf die Gesamtkosten für die Behandlung und Betreuung der Alzheimer-Patienten auswirken.

Das lässt sich mit harten Daten belegen. In der multizentrischen Nordic-Studie wurden 286 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz über 12 Monate randomisiert und doppelblind mit Donepezil oder Plazebo behandelt.

Unter Donepezil war der Aufwand und die Zeit für die ambulante Patienten-Betreuung geringer, z.B. musste seltener ein Arzt konsultiert werden. Die Krankenhaus-Verweildauer wurde halbiert und auch Pflegeheimeinweisungen kamen seltener vor - jeweils im Vergleich zu Plazebo.

Die Kosten für die Donepezil-Behandlung erwiesen sich dabei, verglichen mit den Gesamtkosten für die medizinische und pflegerische Betreuung der Alzheimer-Patienten, als relativ gering. Die pharmako-ökonomische Auswertung ergab schließlich, dass in dieser Studie die Behandlung mit Donepezil die Gesamtkosten pro Patient und Jahr im Vergleich zu den plazebobehandelten Patienten im Mittel um 1100 US-Dollar gesenkt hatte.

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