Prisma

Antiarrhythmische Effekte bei Statinen beobachtet

Statine stehen seit einigen Jahren als wirksame Therapeutika zur Senkung des LDL-Cholesterin-Blutspiegels zur Verfügung. Eine nun im "Journal of the American College of Cardiology" veröffentlichte Studie spricht den Statinen neben der lipidsenkenden Eigenschaft auch antiarrhythmische Effekte zu.

Die Daten von 78 Patienten, die aufgrund einer koronaren Herzerkrankung und starken Herzrhythmusstörungen einen Herzschrittmacher eingesetzt bekommen hatten, wurden in der am Universitätskrankenhaus Ghent, Belgien, durchgeführten Studie ausgewertet. 27 der Patienten hatten Statine zur Senkung ihrer Blutfettwerte erhalten, bei den verbleibenden 51 Patienten war keine lipidsenkende Begleittherapie veranlasst worden.

Von den 78 Patienten erlitten 35 (45%) im Beobachtungszeitraum von 490 Tagen nach Einsatz des Herzschrittmachers Arrhythmien, die einen erneuten Krankenhausaufenthalt notwendig machten und teilweise sogar zum Herztod führten.

Die differenzierte Betrachtung der Fälle zeigte, dass diejenigen Patienten, die Lipidsenker erhalten hatten, von diesen Arrhythmien in geringerem Maß betroffen waren: Nur bei 22% von ihnen traten behandlungsbedürftige Arrhythmien auf, während es in der Gruppe ohne lipidsenkende Therapie 57% waren.

Die Studiendurchführenden gehen daher davon aus, dass lipidsenkende Arzneimittel wie Statine zur Vermeidung von Arrhythmien bei Patienten mit Herzschrittmachern einen sinnvollen Beitrag leisten können. ral

Quelle: Journal of the American College of Cardiology 2000, Vol. 36, Nr. 3, S. 766 – 772

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