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"Völlig natürlich"(DAZ-Interview mit Magdalene Linz)

(diz). Nach Karin Wahl in Baden-Württemberg und Dr. Gabriele Heller in Hessen ist Magdalene Linz in Niedersachsen die dritte Kammerpräsidentin in Deutschland. Sie wurde am 28. Juni mit eindeutigem Votum als Nachfolgerin von Dr. Herbert Gebler gewählt. Frau Linz war zuvor lange Jahre Vorsitzende des Bundesverbands der Angestellten in Apotheken (BVA), bis sie vor kurzem eine Apotheke übernahm und ins "Arbeitgeberlager" wechselte. Wir sprachen mit Frau Linz über ihre Pläne und Ziele als Kammerpräsidentin.

? Frau Linz, herzlichen Glückwunsch zur Wahl. Sie sind mit Frau Karin Wahl, Baden-Württemberg, und Frau Dr. Gabriele Heller, Hessen, die dritte Frau in dem bis noch vor kurzem von Männern dominierten Kreis der Kammervorstände. Provokativ gefragt: Ist unsere Zeit endlich reif für die neue "Frauen-Power" in der pharmazeutischen Berufspolitik - oder sind die Frauen in unserem Beruf jetzt reif dafür? Linz:

Beides ist richtig. Wie die Entscheidung der CDU für Frau Merkel als Parteivorsitzende zeigt, hat sich in unserer Gesellschaft in den letzten Jahren einiges im Hinblick auf mehr Frauen in Führungspositionen verändert. Auch die Frauen melden ihre Ansprüche selbstbewusster an als noch vor einiger Zeit. Gerade im mittlerweile weitgehend weiblich geprägten Apothekerberuf ist es völlig natürlich, dass endlich auch mehrere Frauen Top-Positionen in Kammern und Verbänden einnehmen.

? Glauben Sie, dass eine Frau, die eine solche Aufgabe übernommen hat, noch stärker unter der Beobachtung des Vorstands und der Kammerangehörigen steht als ein Mann? Linz:

Ja, das glaube ich, aber es wird nicht mehr lange dauern, bis auch dies Phänomen verschwinden wird.

? Frau Linz, Sie sind hinsichtlich der Ausübung berufspolitischer Funktionen kein unbeschriebenes Blatt. Sie konnten viele Erfahrungen in Ihrer langjährigen Funktion als Vorsitzende des Berufsverbands der Angestellten in Apotheken (BVA) sammeln und kennen von daher die Berufspolitik "von der anderen Seite", also aus Sicht der Angestellten. Ich kann mir vorstellen, dass dies Spuren hinterlässt. Fließen diese Erfahrungen in Ihre neue Aufgabe mit ein? Gibt es eine Politik, die noch stärker die Belange der Angestellten berücksichtigt? Linz:

Ich werde bemüht sein, die Interessen wirklich aller Kammermitglieder zu berücksichtigen und will so schnell wie möglich auch Gespräche mit Apothekern und Apothekerinnen führen, die nicht im Bereich der öffentlichen Apotheke tätig sind. Die Angestellten prägen das Bild des Berufsstandes, ebenso wie Apothekenleiter, sodass sie in die Überlegungen zur Weiterentwicklung des Gesundheits- und Apothekenwesens unbedingt mit einbezogen werden müssen.

? Was sind die vorrangigen Ziele Ihrer Politik? Welche Aufgaben haben Sie sich in erster Linie vorgenommen, die Sie angehen möchten? Linz:

Die zukunftsorientierte Politik der Apothekerkammer Niedersachsen in den letzten Jahren möchte ich mit Unterstützung des Vorstandes und der Mitarbeiterinnen des Hauses fortsetzen und vorantreiben. Die Position der Apotheker im Gesundheitswesen muss unbedingt weiter gestärkt werden. In Gesprächen mit Politikern, Medienvertretern, Krankenkassen und weiteren Partnern im Gesundheitswesen müssen immer wieder die Vorschläge der Apotheker zur Verbesserung und Weiterentwicklung erläutert werden. Die Botschaft muss heißen: Apotheker verweigern sich nicht, sie haben konkrete Angebote. Ich möchte aber auf jeden Fall auch ein Ohr für die Basis haben und den Kollegen das Gefühl geben, dass ich mich persönlich für eine Lösung ihrer Probleme einsetze.

? Und wofür setzen Sie sich in Eschborn, also auf Bundesebene an erster Stelle ein? Linz:

Auch Apothekerkammern müssen sich an politischen Diskussionen beteiligen, dies kann nicht nur die Aufgabe der Apothekerverbände sein. Ich werde mich auf Bundesebene mit anderen Kammerpräsidenten und Kammerpräsidentinnen dafür einsetzen, dass die Apothekerkammern das Gewicht innerhalb der ABDA bekommen, das ihnen als Hauptzahlern zusteht.

? Wie sehen Sie die Aufgaben einer Kammer heute - eher als Behörde oder eher als Serviceeinrichtung? Linz:

Für mich sind die Kammern in erster Linie Serviceeinrichtungen für ihre Mitglieder. Dies sehen auch unsere Kammermitglieder immer stärker so.

? Eine Frage an die Privatperson Magdalene Linz: Für diese neue Aufgabe werden Sie - zumal Sie auch vor kurzem eine Apotheke übernommen haben - viel Kraft brauchen. Womit bzw. wobei tanken Sie auf? Was sind Ihre Hobbies? Linz:

Die beste "Tankstelle" ist die Familie, die mir zu Hause den Rücken freihält für die vielfältigen Aufgaben, die ich zur Zeit zu bewältigen habe. Meine Hobbies kommen leider etwas zu kurz, das wird sich aber hoffentlich in absehbarer Zeit wieder ändern: Tennis, Skilaufen, klassische Musik und Theater-/Opern-Ballettbesuche.

! Frau Linz, wir bedanken uns für dieses Interview und wünschen Ihnen für Ihre Aufgaben viel Erfolg!

Nach Karin Wahl in Baden-Württemberg und Dr. Gabriele Heller in Hessen ist Magdalene Linz in Niedersachsen die dritte Kammerpräsidentin. Sie wurde am 28. Juni mit eindeutigem Votum als Nachfolgerin von Dr. Herbert Gebler gewählt. Frau Linz war zuvor lange Jahre Vorsitzende des Bundesverbands der Angestellten in Apotheken (BVA), bis sie vor kurzem eine Apotheke übernahm und ins "Arbeitgeberlager" wechselte. Wir sprachen mit Frau Linz über ihre Pläne und Ziele als Kammerpräsidentin.

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