Arzneimittel und Therapie

Neue Studie bei Mammakarzinom: Die Brust erhalten

Eine aktuelle in Clinical Cancer Research veröffentlichte kleine Studie an 24 Frauen unterstützt die zunehmenden Hinweise darauf, dass eine neoadjuvante (präoperative) Hormonbehandlung eine Rückbildung von Tumoren in einem Ausmaß bewirken kann, welche eine Mastektomie bei einigen postmenopausalen Frauen vermeidbar werden lässt. Diese Frauen könnten dann weniger entstellend brusterhaltend operiert werden. Das teilte AstraZeneca mit.

Michael Dixon, ein Spezialist für Brustchirurgie an der Edinburgh Breast Unit des Western General Hospital und Untersuchungsleiter einer ganzen Reihe von Studien auf diesem Gebiet, hat sich folgendermaßen geäußert: "Wir haben bereits nachgewiesen, dass verschiedene Behandlungen zur prächirurgischen Rückbildung großer, operabler Tumoren bei postmenopausalen Frauen erfolgreich angewandt werden können. Zu diesen Optionen gehört die Chemotherapie, die, obgleich wirksam, mit einigen belastenden Nebenwirkungen vergesellschaftet ist, sowie die endokrine Therapie bei hormonempfindlichen Tumoren. Die Blockierung der Östrogenwirkungen bzw. die Verhinderung der Östrogenproduktion mit präoperativer endokriner Therapie führt zur Rückbildung hormonempfindlicher Tumoren, wodurch die chirurgische Entfernung einfacher wird. Wir haben diese Wirkung bereits mit Tamoxifen beobachtet, wollten aber herausfinden, ob die neueren Hormonmittel, ausgewählte Aromatase-Inhibitoren wie Anastrozol (Arimidex), bei den betreffenden Patientinnen eine stärkere - oder schnellere - Tumorrückbildung als Tamoxifen bewirken könnten. Die Schnelligkeit der Tumorreaktion ist insofern wichtig, als sie es uns ermöglicht, diejenigen Frauen zügig ausfindig zu machen, die nicht auf eine Hormontherapie ansprechen, und zu intervenieren."

Studie mit 24 Frauen

An der randomisierten, doppelt verblindeten Studie haben 24 postmenopausale Frauen mit einem neu diagnostizierten, östrogenrezeptorreiche, lokal fortgeschrittenen oder großen (<3 cm), operablen Brustkarzinomen teilgenommen. Sie erhielten den oral aktiven, nichtsteroidalen Aromatase-Inhibitor Anastrozol (Arimidex), entweder 1 mg (n = 12) oder 10 mg (n = 12) täglich über 12 Wochen. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass von den 17 Patientinnen, die zu Behandlungsbeginn eine Mastektomie benötigt hätten, 15 Patientinnen nach Behandlung mit Anastrozol einer brusterhaltenden Versorgung zuführbar waren. Nach 12 Wochen betrug die mediane Tumorvolumenreduktion gemessen per Ultraschall über beide Gruppen 75,5%. Die medianen Tumorvolumenreduktionen für die Gruppen mit 1 mg bzw. 10 mg Anastrozol betrugen 80,5% und 69,9%. Die Behandlung ist allgemein gut vertragen worden, es traten keine schweren unerwünschten Ereignisse auf. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Anastrozol-Therapie bei diesen Patientinnen eine deutliche Tumorrückbildung bewirkt hat - durchschnittlich 75% in 12 Wochen - wodurch in vielen Fällen eine Mastektomie vermieden werden konnte. Es wurden auch Hinweise darauf gefunden, dass neuere Hormonmittel wie Anastrozol Tumoren schneller als Tamoxifen zurückbilden können.

Größere Studien geplant

Obgleich Anastrozol gegenwärtig nicht für die prächirurgische Applikation zugelassen ist, hat AstraZeneca, der Hersteller von Anastrozol, berichtet, dass bereits zwei größere Studien zur neoadjuvanten Behandlung mit diesem Präparat aufgelegt sind.

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