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Vier Wochen DocMorris: Internet-Apotheke zieht Monatsbilanz

KERKRADE (la). Vor einem Monat, am 8. Juni 2000, startete der Apotheker Jacques Waterval mit der Internet-Website "0800DocMorris.com". Etwa 65 000 Besucher und 2300 Bestellungen aus ganz Europa - das ist, laut einer Presseinformation, die Resonanz auf das Angebot Watervals, Medikamente auch über das Internet zu vertreiben.

DocMorris biete neben 350 rezeptpflichtigen und rezeptfreien Medikamenten auch den klassischen Apothekerservice der fachgerechten Beratung, heißt es in der Presseinformation. Am stärksten gefragt seien Antibabypillen, die Antiraucherpille Zyban, das Potenzmittel Viagra und der Schlankmacher Xenical. Waterval will jetzt sein Angebot erweitern. Der Grund: Kunden fragen nach Produkten, die noch nicht im Startsortiment enthalten sind. Mit europaweit wettbewerbsfähigen Arzneimittelpreisen fordert der Apotheker die Konkurrenz heraus - vor allem im "Hochpreisland Deutschland". Eingekauft wird bei dem günstigsten Großanbieter, der Preisvorteil von bis zu 40 Prozent werde an die Kunden weitergegeben, so der niederländische Apotheker in seiner Presseinformation. Gehandelt werde bei "0800DocMorris.com" ausschließlich mit Original-Arzneimitteln, die in Europa zugelassen seien. Die Arzneimittelsicherheit werde durch die Einhaltung des hohen niederländischen Standards gewährleistet. Die erste europäische Apotheke mit Sitz in den Niederlanden bietet unter www.0800DocMorris.com verschreibungspflichtige und freiverkäufliche Medikamente an. Das Sortiment von rund 350 Medikamenten soll sich, nach der Vorstellung von Waterval, vor allem an preisbewusste Patienten mit planbarem Bedarf richten. Die Arzneimittel werden zu europaweit einheitlichen Preisen abgegeben und innerhalb von 48 Stunden per Boten zugestellt. Den in Europa zugelassenen Originalpräparaten liegt eine Produktbeschreibung in der jeweiligen Landessprache bei. Bezahlt wird per Scheck oder Lastschrift. Gegen die Apotheke im niederländischen Kerkrade geht der Bundesfachverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) in Bonn mittlerweile aktiv vor. Der Verband hat durch Testkäufe herausgefunden, dass Bestellungen gesammelt werden und durch ein Paketserviceunternehmen mit Sitz in Neuss zugestellt werden. Der berufs- und gewerbsmäßige Versand von Arzneimitteln nach Deutschland ist jedoch wegen des hiesigen Versandhandelsverbotes nicht erlaubt. Waterval beruft sich auf den zulässigen Einzelimport zum persönlichen Gebrauch, doch zeige sich eindeutig, so der BAH, dass er einen gewerbs- und berufsmäßigen Versandhandel anstrebe.

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