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Kann Kaffee vor Parkinson schützen?

Kaffeetrinker, die jeden Tag vier bis fünf Tassen konsumieren, erkranken etwa fünfmal seltener an Parkinson als Menschen, die ganz auf Kaffee verzichten.

Kaffee kann möglicherweise das Parkinsonrisiko deutlich senken. Dies ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie, die an 8000 Männern durchgeführt wurde. Warum Kaffee dieser Erkrankung des Nervensystems vorbeugen kann, ist noch unklar. Coffein könnte auf irgendeine Weise vor der Zerstörung von Nervenzellen schützen, vermutet Studienleiter Webster Ross, vielleicht sei aber auch das Gehirn starker Kaffeetrinker so aufgebaut, dass es resistent gegen diese Krankheit ist.

Pharmakologisch könnte der Effekt folgendermaßen erklärt werden: Coffein ist ein Antagonist der Adenosinrezeptoren im Gehirn. Bei Nagetieren konnte nachgewiesen werden, dass Adenosinrezeptor-Agonisten - aufgrund einer Hemmung der dopaminergen Neurotransmission - Bewegungsstörungen verursachen. Neue Untersuchungen an Primaten weisen darauf hin, dass Adenosin-A2-Rezeptor-Antagonisten motorische Defizite bessern können, die bei den Tieren zuvor mit Neurotoxinen hervorgerufen wurden. Bei Mäusen mit induziertem Dopamin-Mangel konnte Coffein verhindern, dass eine Akinese auftritt.

In früheren Studien hatten Wissenschaftler bereits festgestellt, dass Menschen, die den Nervenkitzel und die Aufregung lieben und zusätzlich rauchen und Alkohol trinken, weniger an Parkinson erkranken. Es ist anzunehmen, dass auch starkes Kaffeetrinken zu diesem Persönlichkeitsprofil gehört. la

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