Berichte

Bayerische Apothekerversorgung: Landesausschusssitzung 1999

Am 26. Oktober 1999 fand die 77., sich für die neue Amtsperiode 1999/2000 konstituierende Sitzung des Landesausschusses der Bayerischen Apothekerversorgung in München statt.

Dr. Hermann Vogel eröffnete als Vorsitzender des Landesausschusses der abgelaufenen Amtsperiode die Sitzung und begrüßte außer den anwesenden 33 stimmberechtigten Landesausschussmitgliedern aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland als Gäste den Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg Baldur Kohm sowie Christine Schoppe als stellvertretendes Landesausschussmitglied aus dem Saarland. Sein Willkommensgruß galt ferner der Vertreterin der Deutschen Treuhand-Gesellschaft KPMG Renate Hestermann-Croon, den Vertretern der Aufsichtsbehörden sowie den leitenden Mitarbeitern der Bayerischen Versorgungskammer, an der Spitze der Vorstandsvorsitzende Gerhard Luther, das Vorstandsmitglied Maximilian Mayer sowie der Bereichsleiter Lothar Panzer. Er sprach Worte ehrenden Gedenkens für die seit der letzten Landesausschusssitzung verstorbenen ehemaligen Landesausschussmitglieder Walter Riemerschmid und Dr. Rudolf Krötsch, die – neben zahlreichen anderen Funktionen für den Berufsstand – auch über Jahrzehnte hinweg ehrenamtlich für die Bayerische Apothekerversorgung tätig waren und sich um das Versorgungswerk verdient gemacht haben. Die umfangreiche Tagesordnung der Landesausschusssitzung umfasste im wesentlichen folgende Punkte:

Wahlen

Dr. Vogel gab bekannt, dass er sich aus der vordersten Front der ehrenamtlichen Tätigkeit für die Bayerische Apothekerversorgung zurückziehen möchte und daher nicht mehr für den Vorsitz im Landesausschuss und für die Mitgliedschaft im Verwaltungsausschuss kandidiert; gleichzeitig erklärte er seinen Rücktritt als Mitglied des bei der Bayerischen Versorgungskammer gebildeten Kammerrates, einem Gremium, das sich aus Vertretern aller zwölf von der Versorgungskammer verwalteten Versorgungsanstalten zusammensetzt. Die Wahlen erbrachten – bei Stimmenthaltung des jeweils Betroffenen – folgende einstimmige Ergebnisse:

  • Neuer Vorsitzender des Landesausschusses wurde Johannes Metzger, Präsident der Bayerischen Landesapothekerkammer;
  • zu den drei Stellvertretern wurden in dieser Reihenfolge gewählt: Dr. Horst Kiefer, Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, Dr. Hartmut Schmall, Präsident der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, und Karin Wahl, Präsidentin der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg. Als Mitglied des Kammerrates wurde für dessen restliche Amtsperiode bis Ende des Jahres 2000 Johannes Metzger gewählt.

    Als Mitglieder (stellvertretende Mitglieder) des Verwaltungsausschusses für die Amtsperiode 1999/2002 wurden gewählt:

  • aus Bayern Karl-August Beck (Dr. Jens Schneider) Christiane Engel (Jutta Rewitzer) Johannes Metzger (Dr. Ulrich Krötsch) Eva-Maria Plank (Dr. Peter Geiger)
  • aus Baden-Württemberg Wolfgang Sättele (Erika Bräuninger) Karin Wahl (Jürgen Frasch)
  • aus Rheinland-Pfalz Dr. Hartmut Schmall (Peter Heilmann)
  • aus dem Saarland Dr. Horst Kiefer (Christine Schoppe) Gerhard Luther gratulierte namens der Geschäftsführung allen Gewählten, wünschte viel Erfolg bei der jeweiligen Amtsausübung und sprach die Erwartung aus, dass die traditionell gute Zusammenarbeit zwischen Berufsstand und Verwaltung in bewährter Weise fortgesetzt wird. Er dankte speziell den aus dem Verwaltungsausschuss ausgeschiedenen Mitgliedern Peter Harter, Dr. Hermann Vogel und Ruthilde Zasche für ihre langjährige Tätigkeit sowohl mit Worten wie auch mit einem kleinen Präsent.

    Berichte

    Dr. Vogel berichtete als Vorsitzender des Verwaltungsausschusses der Amtsperiode 1995/1998, der satzungsgemäß bis zur Neuwahl in der heutigen Sitzung noch weiter amtierte, ausführlich über die Tätigkeit des Verwaltungsausschusses seit der letztjährigen Landesausschusssitzung am 28. Oktober 1998; er gab dabei auch einen zusammenfassenden Bericht über die in den letzten Jahren geleistete Arbeit. Dr. Vogel bedankte sich bei den Mitgliedern des Verwaltungsausschusses für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Er nahm sein Ausscheiden als Mitglied (seit 1972) und Vorsitzender (seit 1980) des Verwaltungsausschusses zum Anlass, auch den Staatsvertragsländern, sowohl auf berufsständischer wie auf ministerieller Ebene, für die langjährige gute Zusammenarbeit zu danken.

    Schließlich sprach er noch der Verwaltung des Versorgungswerkes ein großes Lob für die geleistete Arbeit aus. Maximilian Mayer erstattete einen Bericht über die Sitzungen des Kammerrates sowie über wesentliche Vorstandsentscheidungen und verabschiedete sich damit von den Mitgliedern des Landesausschusses, nachdem er zum 31. Dezember 1999 in den Ruhestand tritt.

    Internet

    Der Landesausschuss wurde darüber informiert, dass die Bayerische Apothekerversorgung und die geschäftsführende Bayerische Versorgungskammer demnächst im Internet präsent sein werden. Die Internetadressen lauten

  • für die Bayerische Apothekerversorgung: www.versorgungskammer.de/bapv
  • und für die Bayerische Versorgungskammer: www.vesorgungskammer.de

    Wesentliche Informationen können also künftig im Internet abgerufen werden.

    Jahresabschluss und Lagebericht 1998, Wirtschaftsplanung 2000

    Der Landesausschuss nahm den Bericht über den Geschäftsablauf 1998 (Geschäftsbericht 1998 – Lagebericht und Jahresabschluss) mit ergänzenden Daten zum laufenden Geschäftsjahr 1999 zustimmend zur Kenntnis. Er stellte den von der Deutschen Treuhand-Gesellschaft KPMG geprüften und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss 1998 einstimmig fest und erteilte der Geschäftsführung Entlastung.

    Das Geschäftsjahr 1998 war wiederum von einer soliden Entwicklung gekennzeichnet. Der Mitgliederbestand stieg von 23935 am 31. Dezember 1997 auf 24348 Ende des Jahres 1998 (+ 1,7%), wovon 49,1% auf Bayern, 33,7% auf Baden-Württemberg, 13,9% auf Rheinland-Pfalz und 3,3% auf das Saarland entfielen. Der Anteil weiblicher Mitglieder stieg weiter an, und zwar von 64,3% auf 64,8%. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich bei einer Steigerungsrate von 3,3% auf insgesamt 309,28 Mio. DM. Die Zahl der Leistungsberechtigten belief sich am 31. Dezember 1998 auf 3627 Ruhegeldempfänger und Hinterbliebene (+ 5,1%), die Versorgungsleistungen einschließlich der Dynamisierungszuschläge stiegen auf 84,7 Mio. DM (+11,7%). Die Erträge aus Kapitalanlagen erhöhten sich bei einer Durchschnittsverzinsung von 6,64% auf 416,5 Mio. DM (+4,5%), die Kapitalanlagen selbst erreichten Ende 1998 einen Stand von 6,17 Mrd. DM (+11,1%). Auch für das Geschäftsjahr 1999 zeichnen sich nach dem bisherigen Verlauf wiederum gute Ergebnisse ab. Auf Wunsch wird jedem Mitglied ein Exemplar des Geschäftsberichts 1998 zugesandt. Mitglieder, die sich für den regelmäßigen Bezug des Geschäftsberichts vormerken ließen, erhalten diesen unaufgefordert zugesandt.

    Durch einstimmigen Beschluss stimmte der Landesausschuss der Wirtschaftsplanung für das Geschäftsjahr 2000 zu, nachdem diese zuvor bereits im Kammerrat – hinsichtlich der Querschnittsaufgaben der Bayerischen Versorgungskammer – und im Verwaltungsausschuss vorberaten und zur Annahme empfohlen worden war.

    Versicherungstechnische Lage und Dynamisierung 2000

    Nach Entgegennahme des Berichts zur versicherungstechnischen Lage, in dem insbesondere auch die Auswirkungen der anhaltenden Niedrigzinsphase auf die erzielbaren Vermögenserträge sowie der steigenden Lebenserwartung mit den dadurch entsprechend längeren Rentenlaufzeiten ausführlich dargestellt wurden, fasste der Landesausschuss einstimmig den Grundsatzbeschluss, den künftigen, jährlich neu festzulegenden Rentenbemessungsfaktor darauf auszurichten, dass die Verrentung der zukünftigen Beiträge auch bei rückläufiger Kapitalrendite langfristig finanzierbar ist, dass die erforderlichen Rentendynamisierungen möglich sind und dass der Finanzbedarf für die Anpassung der biometrischen Werte (= Anhebung der Deckungsrückstellungen) infolge der Längerlebigkeit innerhalb der nächsten zehn Jahre bereitgestellt werden kann. Aus Vertrauensschutzgründen ist die Dynamisierung der Rentenpunkte so festzusetzen, dass eine Kürzung früher erworbener Rentenanwartschaften verhindert wird.

    Auf dieser Basis beschloss der Landesausschuss, wiederum einstimmig, für das Jahr 2000 eine Dynamisierung der bereits eingewiesenen Versorgungsleistungen um 1,35%. Die bis 31. Dezember 1999 erworbenen Rentenpunkte, die den Versorgungsanwartschaf ten der aktiven Mitglieder zugrunde liegen, werden zum 1. Januar 2000 um 3,8% erhöht. Da gleichzeitig der Rentenbemessungsfaktor, mit dem die Rentenpunkte in DM-Beträge umgerechnet werden, für im Jahr 2000 eintretende Versorgungsfälle mit 0,937 festgesetzt wurde, ergibt sich für 2000 – abgesehen von einer geringfügigen positiven Rundungsdifferenz von 0,0623% – keine effektive Anhebung der Versorgungsanwartschaften der aktiven Mitglieder.

    Satzungsänderung

    Schließlich beschloss der Landesausschuss noch einstimmig eine Satzungsänderung. Schwerpunkte sind die Anbindung der Pflichtmitgliedschaft an die Pflichtzugehörigkeit Pflichtzugehörigkeit zur Berufskammer infolge einer Änderung des Bayerischen Gesetzes über das öffentliche Versorgungswesen, die Absenkung der Altersgrenze für den Bezug des vorgezogenen Altesruhegeldes vom 62. auf das 60. Lebensjahr sowie eine Neugestaltung der Versorgung bei Berufsunfähigkeit. Die Satzungsänderung wurde aufsichtlich genehmigt, vom Vorsitzenden des Landesausschusses ausgefertigt und amtlich bekanntgemacht. Sie wird demnächst auch in der Fachpresse veröffentlicht. Die Mitglieder des Versorgungswerkes erhalten durch Rundschreiben weitere Detailinformationen.

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