Prisma

Jodmangel in Deutschland immer noch ein Thema

Trotz erfreulicher Verbesserungen der allgemeinen Jodversorgung, erreicht Deutschland noch immer nicht die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene absolute Mindestzufuhr von 150 Mikrogramm Jod pro Tag und Person.

Durchschnittlich nimmt ein über 14 Jahre alter Deutscher täglich ca. 119 Mikrogramm Jod auf. Nach Prof. Scriba, Direktor der Medizinischen Universitätsklinik München, hat sich zwar die Jodzufuhr in den letzten 20 Jahren etwa verdoppelt, gegenüber der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Tagesdosis von 180 bis 200 Mikrogramm Jod besteht jedoch noch eine Versorgungslücke von ca. 30 bis 40 Prozent.

Besonders betroffen sind schwangere und stillende Frauen. Der Studie zufolge greift nur etwa jede fünfte stillende Mutter zu Jodtabletten. Diese Personengruppe weist daher die ungünstigsten Versorgungswerte auf. Dadurch sind auch die Säuglinge vom Jodmangel betroffen, da die Jodversorgung des gestillten Säuglings ausschließlich über die Muttermilch erfolgt. Zu den weiteren Risikogruppen für Jodmangel-bedingte Schilddrüsenerkrankungen zählen außerdem Jugendliche.

Der Zustand ließe sich beheben, würden die Kapazitäten in der Industrie besser genutzt. Bisher verwenden nur 35 Prozent der Lebensmittelproduzenten Jodsalz. Ließe sich diese Zahl verdoppeln, könnte rein rechnerisch das Jodmangelproblem in Deutschland als gelöst angesehen werden.

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