Prisma

Virenerkrankungen: Zum Verwechseln ähnlich

"Die Impfung hat versagt!" So reagieren viele Eltern, wenn das bereits vor Jahren gegen Masern, Mumps und Röteln geimpfte Kind plötzlich Fieber und rote Pusteln bekommt. Aber nicht nur Masern- und Rötelviren können solche Symptome hervorrufen.

Eine Studie aus Finnland hat gezeigt, dass nur 5,9 Prozent der Kinder, die mit Fieber und Ausschlag erkrankten, tatsächlich Masern oder Röteln hatten. Bei mehr als einem Drittel waren vier andere Viren die Krankheitsursache.

20 Prozent der Erkrankten waren mit Parvoviren infiziert, 9 Prozent mit Enteroviren und 4 Prozent mit Adenoviren. Bei den betroffenen Kleinkindern hatte jedes achte (12 Prozent) das so genannte Dreitagefieber, das durch eine HHV-6-Infektion (humanes Herpesvirus 6) hervorgerufen wird. 4 Prozent der Kinder hatten Doppelinfektionen. Die übrigen zwei Drittel wurden durch weitere Viren oder Bakterien verursacht, aber auch durch Allergien, deren Symptome Masern und Röteln ähneln.

Die Studie zeigt zweierlei: Zum einen sind viele angebliche Masern- oder Rötelnerkrankungen gar keine solchen. Daher muss beim Verdacht auf ein Impfversagen stets eine Kontrolle im Labor erfolgen. Zum anderen ist auf die Aussage, jemand hätte die Masern oder die Röteln gehabt, nur bedingt Verlass. Für nicht geimpfte junge Frauen mit Kinderwunsch ist daher ein serologischer Test unbedingt notwendig. dgk

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