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Hochrechnung der BKK: Steigende Arzneiausgaben

BONN (im). Das Wort "netto" fehlte in der Berichterstattung über die jüngste Hochrechnung des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) zu den Arzneimittelausgaben (DAZ Nr. 47, S. 19). Wegen der dadurch entstandenen Unschärfe hier die Aufschlüsselung, warum die Zahlen zu den jeweiligen Ausgabenanstiegen stimmten, wenngleich sie im Text missverständlich dargestellt waren.

GKV-Verordnungsmarkt

Die Betriebskrankenkassen hatten zunächst den Verordnungsmarkt für Arzneimittel der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit 41,7 Milliarden Mark für dieses Jahr hochgerechnet. Diese Zahl setzt sich aus drei Blöcken zusammen: aus den Ausgaben für Medikamente in den alten Bundesländern (30,3 Milliarden Mark), aus denen in den neuen Ländern (sieben Milliarden Mark), dazu den Zuzahlungen der Patienten in Höhe von 4,4 Milliarden Mark.

Die entsprechenden Vergleichszahlen aus 1998 lauten 27,3 Milliarden Mark Ausgaben im Westen, 6,3 Milliarden Mark im Osten und 5,5 Milliarden Mark an Selbstbehalten der Kranken, zusammen 39,1 Milliarden Mark. Werden die 39,1 Milliarden Mark (1998) als Bezugsgröße gleich 100 gesetzt, ergibt sich für die hochgerechneten 41,7 Milliarden Mark für 1999 ein Anstieg von 6,7 Prozent. So kamen die BKK zu ihrer Prognose, dass der GKV-Verordnungsmarkt (inklusive Zuzahlungen) um fast sieben Prozent expandiert.

Netto-Betrachtung

Die Bundesregierung hatte jedoch mit dem GKV-Solidaritätsstärkungsgesetz die Selbstbehalte der Kranken zu Jahresbeginn auf acht, neun und zehn Mark gesenkt. Durch Übernahme der Anteile zu den bisherigen Zuzahlungshöhen kamen rund 1,1 Milliarden Mark auf die gesetzlichen Krankenkassen zu. Lässt man die Selbstbehalte (5,5 Milliarden Mark 1998, geschätzte 4,4 Milliarden Mark 1999) außen vor, ergeben sich die reinen Arzneimittelausgaben der Kassen, die unter anderem als Folge der reduzierten Zuzahlungen in diesem Jahr höher liegen.

Bei dieser Netto-Betrachtung addieren sich die 30,3 Milliarden Mark (West) und 7,0 Milliarden Mark (Ost) zu 37,3 Milliarden als Prognose für dieses Jahr. Der Vergleichswert aus 1998: 33,6 Milliarden, der sich aus 27,3 Milliarden (alte Länder) und 6,3 Milliarden Mark (neue Länder) ergibt. Der Vergleich dieser beiden Summen - 37,3 Milliarden Mark gemessen an 33, 6 Milliarden - ergibt den geschätzten Ausgabenanstieg bei Arzneimitteln von rund elf Prozent in der GKV in diesem Jahr.

Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen prognostiziert steigende Arzneiausgaben für 1999. Berücksichtigt man die Zuzahlung der Patienten, so expandieren die Arzneiausgaben um fast 7%. Lässt man die Selbstbehalte außen vor, ergibt sich ein für dieses Jahr geschätzter Ausgabenanstieg für Arzneimittel von rund 11% in der GKV.

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