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DPhG unterstützt Pharmaziereformen in Mittel- und Osteuropa

Die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG), eine der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands, unterstützt die Neuorganisation des Pharmaziewesens in Mittel- und Osteuropa. "Die DPhG begrüßt die Absichten der osteuropäischen pharmazeutischen Gesellschaften und sichert jede mögliche Hilfe bei der Realisierung zu", schrieb DPhG-Präsident Prof. Dr. H.P.T. Ammon am 4. November 1999 an Dr. habil. Michael H. Umbreit, den Präsidenten der Polnischen Pharmazeutischen Gesellschaft.

Bestärkt durch zahlreiche Gespräche mit Professor Ammon ergriff Umbreit die Initiative, um das "Ansehen unseres Berufsstandes in Mittel- und Osteuropa" zu erhöhen. Am 26. September wurde eine "Absichtserklärung" veröffentlicht, unterzeichnet von den Vertretern der pharmazeutischen Gesellschaften aus Weißrussland, Kroatien, der Tschechischen Republik, Litauen, Polen, Slowenien, Rumänien und Ungarn.

Hintergrund dieser Absichtserklärung ist die bedrohliche Lage der Pharmazie in vielen mittel- und osteuropäischen Staaten. "Die pharmazeutischen Wissenschaften wie auch die Hochschulausbildung leiden unter ungenügender finanzieller Unterstützung", heißt es in der Absichtserklärung. Diese Situation sei eine "ernsthafte Bedrohung des Bildungsprozesses", und der Apothekerberuf sei gefährdet, weil der Apotheker bei der Globalisierung von Unternehmen und Großkonzernen nur noch als "Verteiler von Fertigarzneimitteln" angesehen werde.

In ihrer Absichtserklärung zeigen die mittel- und osteuropäischen Pharmazeutischen Gesellschaften den Weg zu künftigen Reformen auf: Die Polnische Pharmazeutische Gesellschaft wird zunächst Informationen zu Studium und Pharmaziewesen im Ausland sammeln, auswerten und veröffentlichen. Nach der Analyse dieser Daten sollen die mittel- und osteuropäischen pharmazeutischen Gesellschaften unter Beachtung der EU-Standards konkrete Vorschläge für die Apothekerausbildung und das Pharmaziewesen erarbeiten. Außerdem soll der Kontakt zwischen den pharmazeutischen Gesellschaften weiter ausgebaut werden.

Die DPhG empfiehlt den Pharmazeutischen Gesellschaften aus Mittel- und Osteuropa, sich am deutschen Pharmaziewesen zu orientieren, das gut geordnet ist. Die Apothekenbetriebsordnung regelt den Betrieb von Apotheken und Krankenhausapotheken und beschreibt die Aufgaben und Pflichten der Apotheker, die Kammergesetze ordnen die öffentliche Vertretung der Apotheker gegenüber anderen Behörden. Dieses System, so Professor Ammon in seinem Schreiben an Umbreit, habe sich in Deutschland sehr bewährt. Auch die neuen Pläne zur Aktualisierung des Pharmaziestudiums in Deutschland könnten für den Präsidenten der Polnischen Gesellschaft nützlich sein.

Die DPhG wird auch in Zukunft den Reformweg der mittel- und osteuropäischen Staaten mit Rat und Tat begleiten. dphg/ms

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