Arzneimittel und Therapie

Vergleichsstudie von MS-Medikamenten: Betaferon ist wirksam – Avonex zu ni

Schering berichtet, dass Dr. Omar Khan, Direktor der Forschungsabteilung für experimentelle Therapien am MS-Zentrum der Wayne State University, die erste direkte Vergleichsstudie zur Wirksamkeit der drei Medikamente Avonex®, Betaferon® und Copaxone® bei der schubförmigen Multiplen Sklerose durchgeführt und sie mit der Option "keine Therapie" verglichen hat. Die Ergebnisse der 12-Monats-Studie wurden am 13. Oktober 1999 auf dem Kongress der American Neurological Association in Seattle vorgestellt.

Dr. Khan berichtete, dass Betaferon® (Interferon alfa-2b) und Copaxone® (Glatirameracetat, bei uns noch nicht im Handel) im ersten Jahr der Behandlung signifikant die Schubrate senken konnten, während bei Patienten unter Avonex® (Interferon alfa-2b) kein statistisch signifikanter therapeutischer Effekt zu erkennen war. Ferner heißt es, dass die Patienten unter Betaferon® und Copaxone® auch eine signifikante Verbesserung des Behinderungsgrades gezeigt haben, die Patienten unter Avonex® dagegen nicht. Das Fortschreiten der Behinderung wurde mit der sogenannten EDSS ermittelt, dem allgemein üblichen Standard.

156 Patienten mit einer Vorgeschichte von mindestens zwei Jahre dauernder schubförmiger MS wurden in die Studie aufgenommen. Sie konnten sich selbst für eine der Therapien entscheiden. 40 Patienten wählten Avonex®, 41 Betaferon®, 42 Copaxone® und 33 keine Therapie. Die Gruppen waren hinsichtlich Alter der Patienten und Schwere der Erkrankung vergleichbar. Sowohl die Patienten als auch die behandelnden Ärzte wussten, wer welches Medikament erhielt. Die Studie wurde kritisiert, weil die Verteilung der Patienten nicht nach dem Zufallsprinzip (randomisiert) erfolgte, und die Studie nicht "blind" durchgeführt wurde. Dr. Khan hielt dagegen: "Die Ergebnisse der Studie sind signifikant, denn sie spiegeln die therapeutischen Ergebnisse in einer lebensnahen Situation wider."

Beta-Interferon lieber höher dosieren

Die Studienergebnisse stehen im Einklang mit den bisher bekannten klinischen Daten und entsprechen auch dem European Public Assessment Report der EMEA (European Medicines Evaluation Agency): "Während des ersten Jahres gab es keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Avonex® und Plazebo) bezüglich der Schubrate. Im Laufe des zweiten Jahres vergrößerte sich der Unterschied, jedoch war kein statistisch signifikanter Unterschied in der Zahl der schubfrei gebliebenen Patienten zu erkennen." Basierend auf allen derzeit verfügbaren Daten ist Schering der Überzeugung, dass eine häufigere und höher dosierte Anwendung von Beta-Interferon auch einen besseren Behandlungserfolg bringt.

Avonex® und Betaferon® sind Beta-Interferone. Avonex® wird einmal pro Woche in einer Dosierung von 6 Millionen internationalen Einheiten (MIU) gegeben, Betaferon® jeden zweiten Tag mit 8 MIU, so dass pro Woche 28 MIU erreicht werden. Die Studie mit Betaferon® bei schubförmiger MS hat gezeigt, dass die Wirksamkeit von Beta-Interferon bei der Behandlung der MS klar abhängig von der Dosis ist. Diese Dosisabhängigkeit wurde durch Studien von Beta-Interferon-induzierten Biomarkern bestätigt.

Betaferon® ist das einzige Medikament, das sowohl für den schubförmigen als auch für den weiter fortgeschrittenen sekundär progredienten Verlauf der MS zugelassen ist.

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