Prisma

Fluoxetin regt Wachstum von Hirnzellen an

Das in den USA populäre Antidepressivum Prozac® (Fluoxetin) ist anscheinend in der Lage, neue Hirnzellen wachsen zu lassen.

Dies ist zumindest das Ergebnis amerikanischer Wissenschaftler, das in einer der letzten Ausgaben der Fachzeitschrift "New Scientist" veröffentlicht wurde. Barry Jacobs und Casimir Fornal von der Princeton Universität, New Jersey, setzten Fluoxetin über einen Zeitraum von 21 Tagen bei Ratten ein und verglichen anschließend die Anzahl der Neuronen im Gehirn dieser Tiere mit der Anzahl bei Kontrolltieren. Sie fanden, dass die mit Fluoxetin behandelten Tiere knapp 70 Prozent mehr Neuronen aufwiesen als unbehandelte Tiere.

Das Ergebnis - auch wenn es bislang nur im Tierversuch vorliegt - lässt Rückschlüsse über die neurophysiologischen Zusammenhänge bei Depressionen zu. Auch liefert es eine Erklärung, warum Fluoxetin erst nach einer Latenzzeit von mehreren Tagen seine Wirkung voll entfaltet. Dies ist der Zeitraum, den die Hirnzellen bis zur Ausreifung benötigen.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse neben der Erklärung der Zusammenhänge bei Depressionen auch neue Ansatzpunkte für die Therapie von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer liefern. Einen Nutzen für gesunde Personen, etwa Erhöhung der Intelligenz durch Einnahme von Fluoxetin, schließen sie jedoch aus. Bei Gesunden werden Hirnzellen bereits in ausreichender Menge neu gebildet - da kann auch die Einnahme von Fluoxetin nichts mehr verbessern.

Quelle: New Scientist vom 6.11.1999, Vol. 164, Nr. 2211

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