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Dokumentation der pharmazeutischen Leistung: Wie wir zeigen, was wir leisten

DAVOS (diz). Nur die Leistung, die dokumentiert ist, wurde auch erbracht - dies trifft auch auf die Leistung der pharmazeutischen Betreuung zu. Ein Pilotprojekt der Apothekerkammer Nordrhein befasst sich mit der Frage, wie beim täglichen Arbeitsablauf in der Offizin die Leistungen, die im Rahmen der pharmazeutischen Betreuung erbracht werden, einfach und schnell erfasst und damit dokumentiert werden können. Frau Elke Christmann, Doktorandin bei Frau Prof. Dr. Marion Schaefer, stellte die Anforderungen an eine Dokumentation am berufspolitischen Nachmittag während des Fortbildungskongresses der Bundesapothekerkammer in Davos vor.

Die Vorteile einer Dokumentation liegen vor allem in der Nachvollziehbarkeit der pharmazeutischen Betreuung. Würde die Dokumentation manuell erfolgen, bedeutete dies einen ungeheuren Zeitaufwand. Vor diesem Hintergrund wurde an Software-Firmen die Aufgabe herangetragen, eine offizingerechte Dokumentation, die mittels PC schnell und leicht zu bewerkstelligen ist, zu entwickeln. Ein entsprechendes Pilotprojekt der Apothekerkammer Nordrhein, das sich auf die offizingerechte Dokumentation konzentriert, wurde 1998 begonnen.

Der Programmaufbau

Den strukturellen Aufbau eines solches Dokumentationsprogramms zeigt die Abbildung. Die Medikationsdatei wird einfach und problemlos durch Einscannen der Arzneimittel beim Abverkauf erstellt, lediglich die Dosierung ist manuell einzugeben. Aus dieser Medikationsdatei berechnet der Computer dann ein Medikationsprofil, das auch grafisch dargestellt werden kann. Parallel dazu prüft der Rechner arzneimittelbezogene Probleme ab, er führt einen Medikationscheck aus, der auch Interaktionen und Kontraindikationen aufspürt. Über krankheitsbezogene Module wird ein Betreuungsprotokoll ausgeworfen, das zur Identifizierung und Lösung arzneimittelbezogener Probleme auf Basis dieser Dokumente beitragen will. Alle Daten zusammen fließen in eine Statistikdatei ein, mit deren Hilfe sich die Beratungsleistung dokumentieren lässt, z. B. Art und Anzahl gelöster arzneimittelbezogener Probleme, alle erbrachten Leistungen, der Zeitaufwand und die Identifizierung arzneimittelbezogener Probleme generell.

Schon heute gute Arbeit, aber Nachweis fehlt

Untersuchungen haben ergeben, so Frau Christmann, dass gerade die arzneimittelbezogenen Probleme wesentlich höher wären, wenn der Apotheker nicht so gut arbeiten würde, wie er es heute bereits tut. Hierüber einen Nachweis zu führen, scheiterte bisher an der nicht vorhandenen Dokumentation seiner Leistungen. Diesen Mehrwert, den er auf diesem Gebiet erbringt, kann er mit solchen Software-Programmen dokumentieren und in die politische Diskussion über seine Leistungen einbringen.

Frau Christmann fasste die Vorteile der Dokumentation mittels Software-Programmen zusammen:

  • Der pharmazeutische Betreuungsprozess wird durch solche Programme besser strukturiert und erleichtert.
  • Die pharmazeutische Betreuung wird dadurch weniger zeitaufwendig, sie lässt sich offizingerecht gestalten und bietet die Möglichkeit, alle Kunden pharmazeutisch zu betreuen.
  • Die Dokumentation mit Hilfe dieser Programme ist ein Instrument, um den Mehrwert des Apothekers und seiner pharmazeutischen Leistung breit zu dokumentieren und zu evaluieren.

Ärzte mit einbinden

In der sich anschließenden Diskussion wurde vor allem darauf hingewiesen, dass es spätestens dann, wenn diese Systeme laufen, es an der Zeit sei, ein Honorar für die pharmazeutische Betreuung zu fordern. Herausgestellt wurde aber auch, dass diese Leistung eine pharmazeutische Leistung sei, die nur der Apotheker erbringen kann, was wiederum zur Arbeitsplatzsicherung beiträgt.

Wichtig sei es auch, so eine weitere Meinung dazu, die Ärzte in die pharmazeutische Betreuung mit einzubinden und ihnen klarzumachen, dass man nicht ihre Arbeit übernehmen wolle und könne. Es gehe nicht darum, mit den Patienten neue Dosierungen ausarbeiten zu wollen, sondern lediglich um eine Therapiekontrolle. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten auf diesem Gebiet wurde allerdings als "problematisch" beurteilt, vorgeschlagen wurde, über diese Leistung des Apothekers, die pharmazeutische Betreuung, in Ärztezeitschriften etwas zu publizieren.

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