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Pharmacon Davos 1999: Leistungsspektrum für die Apotheke der Zukunft

DAVOS (hel). Die Pharmakotherapie kardiovaskulärer Erkrankungen ist das Thema der 29. Internationalen Fortbildungswoche der Bundesapothekerkammer in Davos, dem ersten diesjährigen Pharmacon vom 17. bis 23. Januar. Rund 1200 Apothekerinnen und Apotheker haben sich dazu in Graubünden eingefunden. In seiner Eröffnungsrede ging Dr. Hartmut Schmall, der Präsident der Bundesapothekerkammer, auf die Zukunftsaussichten der Apotheker ein.

1998 sei für die Apotheken ein Jahr der Konsolidierung gewesen, führte Schmall aus, die wirtschaftlichen Einbrüche der vergangenen Jahre schienen einigermaßen ausgeglichen zu sein. Wie sich das sogenannte Vorschaltgesetz, das Gesetz zur Stärkung der Solidarität in der gesetzlichen Krankenversicherung als Vorbote der geplanten -großen Gesundheitsreform im Jahre 2000 auf die Apotheken auswirken werde, könne heute noch nicht beurteilt werden, meinte Schmall.

Sicher sei jedoch, dass -die Apotheken betroffen sind, auch wenn durch das rasche Handeln und die sachliche Argumentation der Berufsorganisationen Schlimmeres verhindert werden konnte. Schmall rief dazu auf, den Blick und die Kraft auf die von der Bundesregierung angekündigte Strukturreform zu richten, die zum 1. Januar 2000 in Kraft treten soll. Im Jahr 1999 müsse es den Apothekern gelingen, nicht nur ihre Unverzichtbarkeit zu verdeutlichen, sondern -insbesondere und vor allem ihren Mehrwert für den Patienten und das Gesundheitswesen.

Neuordnung des Arzneimittelmarktes ist wichtiger Eckpunkt der Strukturreform

Zu den wichtigen Eckpunkten der Strukturreform gehört die Neuordnung des Arzneimittelmarktes. Damit werden die Apotheken von diesem Gesetz betroffen sein. Allerdings sei noch völlig offen, so Schmall, wie die skizzierten Eckpunkte im einzelnen ausgestaltet würden. Dies müsse in den nächsten Wochen und Monaten diskutiert werden. Schmall hoffte auf einen -fairen und sachlich-konstruktiven Dialog, in dem die spezifischen pharmazeutischen Leistungen des Apothekers und der Apotheke sowie ihr Beitrag zur Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen im Mittelpunkt stehen.

Qualitätssicherung: Nicht nur reagieren, sondern auch agieren

Um den Beruf des Apothekers als Heilberuf mit spezifischen pharmazeutischen Leistungen zum Wohle des Patienten positionieren zu können, sei die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen ein wichtiger Aspekt, sagte Schmall. Die Leistungen der Apotheker müssten immer wieder daraufhin überprüft werden, -ob sie in einem sich wandelnden Umfeld noch angemessen sind, ob sie nicht fortgeschrieben werden müssen. Die Apotheker müssten hinterfragen, ob nicht neue, innovative Angebote zum Wohle des Patienten gemacht werden müssen. Schmall betonte, dass hier in den letzten Jahren bereits viel getan worden sei.

Rezeptur ist ureigene Aufgabe der Apotheker

Eine besondere Dienstleistung der Apotheker ist die Rezeptur. Die überwiegende Mehrheit der Apothekerinnen und Apotheker sieht die Rezeptur nach wie vor als wichtiges Instrument der ärztlichen Therapie und als ureigene Aufgabe der Apotheker an. Schmall führte weiter aus, dass die Rezeptur in neuem, modernem Gewand wieder -äußerst attraktiv werden könne. Durch die zeit- und ortsnahe Versorgung der Patienten mit exakt auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Arzneimitteln leisteten die Apotheke einen wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung der Arzneimittelversorgung.

Zusammenarbeit von Apothekern und Ärzten ist sehr wichtig

Für die Zukunft ist auch die Zusammenarbeit von Apothekern mit den Ärzten sehr wichtig. Dass diese funktioniere, sagte Schmall, bewiesen nicht zuletzt die heute bundesweit mehr als 300 Arzt-Apotheker-Gesprächskreise. Schmall wies darauf hin, dass unmittelbar vor Ort viele Ärzte und Apotheker auch ohne institutionalisierte Strukturen sehr gut zusammenarbeiteten. Als Beispiele nannte Schmall Schnellinformationsdienste und Verordnungsanalysen für die Ärzte, die notwendige Synchronisation von Selbstmedikation und ärztlicher Verordnung sowie die Pharmazeutische Betreuung.

Optimierte Arzneimitteltherapie durch Pharmazeutische Betreuung

"Gerade mit dieser neuen Dienstleistung 'Pharmazeutische Betreuung' leisten wir Apotheker durch die Optimierung der Arzneimitteltherapie einen ganz wesentlichen Beitrag zur Qualitätssicherung", erklärte Schmall. Dadurch könnten Krankheitsfolgekosten vermieden werden, und damit profitierten nicht nur die Patienten, sondern auch die Krankenkassen von den Leistungen der Apotheker. Schmall forderte als Konsequenz eine angemessene Honorierung dieser besonderen, zusätzlichen Leistungen. Diese sei in den heutigen Apothekenmargen nicht enthalten.

Qualitätsmanagment macht Arbeitsabläufe transparent

Schmall ging auch auf die Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen ein. Diese dienten als Hilfestellung, um Arbeitsabläufe in der Apotheke transparent zu machen und zu verbessern. Dabei sollten nicht nur betriebsorganisatorische Aspekte berücksichtigt werden, vielmehr müssten die Schwerpunkte im pharmazeutischen Bereich gesetzt werden. Schmall betonte, dass ein Qualitätsmanagementsystem jedoch keine Qualität schaffen könne, wenn diese nicht vorhanden sei.

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