Arzneimittel und Therapie

Benigne Prostatahyperplasie: Phytopharmaka bessern die Symptome

Phytopharmaka haben nach wie vor eine große Bedeutung in der Therapie der benignen Prostatahyperplasie (BPH), sie können die Symptome deutlich bessern.

Auch heute noch enthalten lediglich 12% der im Markt befindlichen Prostatamittel chemisch definierte Substanzen. Die Hauptkomponenten pflanzlicher BPH-Mittel sind Sabal (38%), Beta-Sitosterin (27%), Brennessel (15%), daneben Kürbiskerne und Roggenpollen-Extrakte. Nachgewiesen ist für diese ein antiphlogistischer, dekongestionierender und antiproliferativer Effekt, der nicht auf einzelne Inhaltsstoffe zurückgeführt werden kann, sondern vielmehr als Ergebnis einer Synergie der meistens enthaltenen Substanzgemische interpretiert wird.

Anforderungen an Studien für BPH-Therapeutika
Nach den Empfehlungen des "International Consensus Committees", das zuletzt 1995 in Monaco tagte, sollen Therapiestudien den von der "International Consultation on BPH" der WHO aufgestellten Kriterien genügen. Für Phytopharmaka liegen zwar bereits Anwendungsbeobachtungen an Tausenden von Patienten vor, aber wenig plazebokontrollierte Studien mit einer einjährigen Nachbeobachtung, die erforderlich ist, um Plazeboeffekte und Einflüsse des natürlichen Verlaufs der BPH-Symptomatik auszuschließen. In mehreren Vergleichsstudien pflanzlicher mit chemisch definierten Arzneimitteln aus den letzten fünf Jahren hat sich jedoch eine durchaus vergleichbare Effektivität gezeigt. Die Stärke pflanzlicher Mittel liegt vor allem in der Verbesserung der Symptomatik und der geringen Nebenwirkungsrate. Außerdem zeigten sie eine gute Kosten-Nutzen-Relation.

Ergebnisse aus Langzeitstudien
Langzeitstudien als direkter Vergleich zwischen synthetischen Prostatamitteln und Phytopharmaka gibt es bislang nicht, wohl aber Langzeitstudien für einzelne Medikamente:
Š eine Studie mit dem Sabal-Extrakt IDS 89 über drei Jahre mit 315 auswertbaren, symptomatischen BPH-Patienten [Bach 1995],
Š eine Therapiestudie mit dem Alpha-Reduktasehemmer Finasterid über drei Jahre, die ersten zwölf Monate plazebokontrolliert [Stoner 1994],
Š eine Studie mit dem Alpha-Blocker Terazosin über 18 Monate an BPH-Patienten [Wilde 1993].
Wenn die Ergebnisse auch im Hinblick auf methodische Vorbehalte nur bedingt vergleichbar sind, so wird für den Pflanzenextrakt doch eine bessere klinische Effektivität konstatiert. Diese manifestierte sich in einer gegenüber den chemisch-synthetischen Wirkstoffen erheblich deutlicheren Steigerung der maximalen Harnflußrate (21% unter Finasterid, 23% unter Terazosin, 45,5 % unter IDS 89). Außerdem war nur bei dem Sabal-Extrakt eine signifikante Senkung des Restharns nach ein- bzw. dreijähriger Therapie zu beobachten. Ein Effekt, bei dem Finasterid besser abschnitt, war die Abnahme des Prostatavolumens (22% des Ausgangswertes bei Finasterid gegenüber 12% bei Sabal). Das Phytotherapeutikum zeigte im übrigen ein deutlich geringeres Nebenwirkungspotential als die synthetischen Prostatamittel.






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