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Klinische Studien mit Weihrauch

Die Regionalgruppe Rheinland der DPhG veranstaltete am 21. November 1998 in Bonn eine Mitgliederversammlung, in welcher der Vorstand neu gewählt wurde. Im Anschluß daran hielt der Präsident der DPhG, Prof. Dr. H. P. T. Ammon, einen Vortrag mit dem Titel "Inhaltsstoffe des Weihrauchs als Hemmstoffe der 5-Lipoxygenase: pharmakologische und klinische Aspekte".

Weihrauch zur Behandlung der Polyarthritis ...


Salai Guggal, das Harz des indischen Weihrauchbaumes (Boswellia serrata), wird in Form eines Extraktes in Indien unter dem Namen Salaki zur Behandlung von Polyarthritis angewendet. In Untersuchungen an isolierten neutrophilen polymorphkernigen Granulozyten wurde im Arbeitskreis Ammon zunächst beobachtet, daß ein Extrakt aus Boswellia serrata konzentrationsabhängig die Bildung von Leukotrienen hemmt. Es wurde beobachtet, daß Boswelliasäuren (pentazyklische Triterpene) konzentrationsabhängig die Synthese von Leukotrienen blockieren, ohne daß sie eine Wirkung auf die Synthese von Prostaglandinen hatten. Weitere Untersuchungen zeigten, daß es sich bei den Boswelliasäuren um nichtreduzierend wirksame spezifische Hemmstoffe der 5-Lipoxygenase handelt.
Zum Thema chronische Polyarthritis liegen eine Reihe von mehr oder weniger guten klinischen Studien vor, die nahelegen, daß Extrakte aus Boswellia serrata, aber auch das in der Schweiz erhältliche Produkt H15 oral zu einer Reduktion von Schmerzen, Ödemen im Gelenkbereich sowie der Morgensteifigkeit führen.
Eine Pilotstudie in Indien brachte folgende Ergebnisse: Die dreimonatige Behandlung von Patienten (n = 34) mit Colitis ulcerosa Schweregrad 2 und 3 mit täglich dreimal 300 mg eines Extraktes aus dem Harz von Boswellia serrata führte in 80% der Fälle zur Remission. Dies war vergleichbar mit der Wirkung von Sulfasalazin als Referenzpräparat, das allerdings nur bei 8 Patienten angewendet werden konnte. Im einzelnen fanden sich bei beiden Behandlungsweisen etwa in gleichem Umfang Verminderung der Durchfälle, Verminderung von Schleim- und Blutzusätzen im Stuhl, Besserung der Leibschmerzen. Im histologischen Bild kolorektaler Schleimhaut fand sich in beiden Fällen eine deutliche Besserung der Entzündungsparameter (Entzündungen der Krypten, Abszeßbildung). Im Blutbild ergab sich nach der Behandlung mit beiden Präparaten eine Abnahme der Eosinophilenzahl sowie eine Zunahme des Hb-Wertes und der Eisenkonzentration.

... und von Asthma


In einer randomisierten doppelblind-plazebokontrollierten Studie an insgesamt 80 Patienten in Indien, die wegen eines akuten Asthmaanfalles in die Klinik kamen, besserte sich sowohl bei den mit Plazebo als auch bei den mit einem Ayurvedischen Boswelliapräparat behandelten Patienten die Situation bei 3mal täglicher Einnahme von 300 mg über 6 Wochen. Die Besserung der Situation war jedoch bei den mit Boswellia behandelten Patienten signifikant besser als in der Plazebogruppe. Beobachtet wurden eine Abnahme der Rasselgeräusche, der Dyspnö und der Atemfrequenz. Bei den spirometrischen Untersuchungen ergab sich eine Verbesserung aller untersuchten Parameter. Ähnlich wie bei den Untersuchungen zur Colitis ulcerosa, fand sich eine Abnahme der Eosinophilenzahl. Die Anfallshäufigkeit war bei der Boswelliagruppe wesentlich stärker reduziert als in der Plazebogruppe (vgl. DAZ Nr. 47, S. 28). Autorreferat

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