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Fusion von Sanofi und Synthélabo angekündigt

PARIS (sfi). Die Verwaltungsräte von Sanofi und Synthélabo beabsichtigen, ihren jeweiligen Aktionären die Verbindung ihrer Gesellschaften zu einer neuen Einheit vorzuschlagen, die den Namen Sanofi-Synthélabo tragen und die beiden Muttergesellschaften Sanofi S.A. und Synthélabo in sich aufnehmen soll. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Sanofi GmbH vom 2.Dezember hervor.


Sanofi-Synthélabo will die sich gegenseitig ergänzenden Stärken von Sanofi und Synthélabo zusammenführen, um Wachstum und gleichzeitig eine Rentabilitätsverbesserung zu erreichen und damit zu einem der weltweit großen pharmazeutischen Unternehmen zu werden.
Das neue Unternehmen Sanofi-Synthélabo wird - so die eigenen Angaben - verfügen über

  • ein Umsatzvolumen "Gesundheit" von ca. 35Mrd. Franc im Jahre 1998;
  • drei "Renner" (Stilnox/Ambien, Aprovel, Avapro, Plavix), die, insbesondere in den USA, die derzeitigen Marktpositionen stärken werden;
  • ein Portfolio mit auf dem Markt eingeführten Produkten und in der Entwicklung befindlichen Substanzen, die auf vier Therapiebereiche konzentriert sind: Herz-Kreislauf-System/Thrombose, Zentrales Nervensystem, Onkologie und Innere Medizin;
  • eine Forschung, die ausgestattet ist mit Spitzentechnologien, wie der Genomanalyse, der kombinierten Chemie und dem Hochleistungs-Screening sowie mit einem bedeutenden Portfolio von 50 Entwicklungssubstanzen (davon fast 30 in PhaseII und III). Der kumulierte Etat der beiden Gesellschaften für Forschung und Entwicklung dürfte 1998 eine Größenordnung von 5,7Mrd. Franc erreichen;
  • eine führende Position im Pharmabereich in Europa mit einem starken Potential in den USA dank der Kombination der Vertriebsstrukturen von Sanofi mit der Übernahme von Lorex Pharmaceuticals im Jahr 2002. In Japan, wo die Produkte beider Gruppen bereits sehr gut vertreten sind, wird sich die Entwicklung von Sanofi-Synthélabo über die bereits langjährig bestehenden und stabilen Beziehungen mit ihren großen Partnern fortsetzen.


Der Geschäftszweig Beauté von Sanofi wird veräußert.
Aus der Fusion entstehende Gewinne addieren sich zu den kombinierten Resultaten von Sanofi und Synthélabo. Das neue Unternehmen will bereits im Jahr 2002 eine Größenordnung von 1,3Mrd. Franc nach Steuern erreicht haben.

Aktientausch


Das Fusionsprojekt Sanofi-Synthélabo wird den Aktionären auf Basis eines Aktientausches vorgeschlagen: 13 Sanofi-Aktien gegen zehn Synthélabo-Aktien. Auf den Hauptversammlungen wird der Vorschlag eines doppelten Stimmrechts unterbreitet werden zugunsten von Namensaktien, die von Sanofi- oder Synthélabo-Aktionären seit mehr als zwei Jahren gehalten wurden.
In diesem Rahmen und unter Berücksichtigung des Verwässerungseffekts auf das Kapital von Sanofi, der aus dem Umtausch der im Juni 1995 ausgegebenen Wandelschuldverschreibungen resultiert, wird Elf 35,1% des Kapitals und rund 45% der Stimmrechte an Sanofi-Synthélabo halten und LOréal 19,4% des Kapitals und rund 25% der Stimmrechte. Elf und LOréal planen die Vereinbarung eines Aktionärsvertrags für eine Dauer von mindestens sechs Jahren.
Der Verwaltungsrat von Sanofi-Synthélabo wird sich aus zwölf Mitgliedern zusammensetzenŠ Vier werden von Elf vorgeschlagen, drei von LOréal, drei werden unabhängige Verwaltungsratsmitglieder sein. Jean-Franćois Dehecq soll zum Président Directeur Général und Hervé Guérin zum Vice-Président und Directeur Général nominiert werden. Diese werden sich über die Zusammensetzung der Führungsgremien von Sanofi-Synthélabo einigen.
Sanofi-Synthélabo wird zu den größten französischen Börsenwerten zählen und an der Börse Paris notiert sein. Sitz des Unternehmens wird Paris sein.
Die Fusionsverträge werden im Mai 1999 auf außerordentlichen Hauptversammlungen der beiden Gesellschaften den Aktionären von Sanofi und Synthélabo zur Zustimmung vorgelegt. Sie werden ebenfalls Gegenstand einer Beratung mit den Vertretern der Belegschaften.
Das Closing dieser Fusion wird den Kartellbehörden zur Genehmigung vorgelegt.l

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