DAZ aktuell

Erweiterte Hilfe für die Ärmsten der Armen

TÖNISVORST (bra). Das "Deutsche Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.", vor 34 Jahren aus einer Privatinitiative als gemeinnütziger Verein entstanden, erweitert seine Aktivitäten. Das Hilfswerk verfügt in Tönisvorst am Niederrhein - nach einer Verdopplung im letzten Jahr - inzwischen über 4000 m2 Lagerfläche für Arzneimittel und medizinische Hilfsgüter.


Mit mehr als 50 Hilfssendungen täglich, Großfrachten ebenso wie schnelle Hilfe bei Katastrophen, unterstützt action medeor von Tönisvorst aus rund 11000 Gesundheitsstationen in 130 Ländern, die zu den medinisch-pharmazeutischen Notstandsgebieten in dieser Welt zählen. Die Hilfsorganisation hat in diesem Jahr damit begonnen, eine eigene pharmazeutischen Fachberatung für die Gesundheitsstationen sowie eigene Gesundheitsprojekte aufzubauen.
Schwerpunkt der action medeor ist die kontinuierliche Arzneimittelversorgung von Gesundheitsstationen in Entwicklungsländern mit Basismedikamenten gegen Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose und Cholera. Zusätzlich leistet action medeor schnelle Katastrophenhilfe. 300000 Packungen mit Arzneimitteln werden dafür in Tönisvorst vorrätig gehalten. Alle Präparate werden in einheitlicher Standardverpackung mit mehrsprachigen Indikationen und Dosierungshinweisen versandt.
Die Entwicklung von der Privatinitiative, die 1964 begonnen hatte, Ärztemuster für bedürftige Menschen in den Entwicklungsländern zu sammeln, ist unverkennbar. Die Arzneimittel läßt action medeor heute gezielt v.a. bei Herstellern in Deutschland und im europäischen Ausland produzieren - unter strikter Einhaltung der GMP-Kriterien und des PIC-Abkommens (Pharmaceutical Inspections Convention). Neben professioneller Logistik bürgt action medeor auch für die pharmazeutische Sicherheit seiner Arzneimittel und Hilfsmittel. Dazu werden zusätzlich zur Freigabe durch den Hersteller Identität und ggf. Wirkstoffgehalt und Reinheit der zum Versand anstehenden Arzneimittel kontrolliert.
"action medeor" ist für seine Arbeit auf Spenden angewiesen. Die Hilfsorganisation mit 35 Mitarbeitern in Deutschland arbeitet auf Selbstkostenbasis und im großen Umfang auch im Auftrag anderer Hilfsorganisationen und Initiativen, nicht zuletzt aus dem kirchlichen Bereich. Seit neuerem bietet action medeor seinen Projektpartnern auch die Möglichkeit der Qualitätsprüfung von Arzneimitteln an, die über andere Quellen bezogen wurden. Im Zusammenhang mit den gerade in der dritten Welt grassierenden Problem von Arzneimittelfälschungen arbeitet action medeor derzeit daran, in den Entwicklungsländern einfache Möglichkeiten für eine Qualitätskontrolle vor Ort, in den Gesundheitsstationen zu schaffen. Dazu ist - angestoßen durch einen im Deutschen Apotheker Verlag erschienen DC-Atlas - eine Zusammenarbeit mit Professor Pachaly geplant.l

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