Prisma

Gegen Schielen, Falten und Schwitzen

Das Stoffwechselprodukt des Bakteriums Clostridium botulinum ist als Verursacher einer meist tödlichen Lebensmittelvergiftung gefürchtet und auch heute noch verbreitet. In bestimmten Zusammenhängen kann es jedoch auch eine positive Wirkung entfalten.


Das US-Verteidigungsministerium arbeitete während des zweiten Weltkrieges an Abwehrmaßnahmen gegen das Botulinumtoxin, da es auch als biologische Waffe gefürchtet war. Die Erkenntnisse dieser Forschungsarbeiten führten 1989 in den USA zur Zulassung des Stoffes als Therapeutikum gegen das Schielen. In der Dermatologie wird Botulinumtoxin zur Behandlung von Falten, vor allem im Stirnbereich, verwendet. Das Gift lähmt die Muskulatur der Stirn, welche für die Ausbildung der sogenannten "Zorn- oder Sorgenfalten" verantwortlich ist. Der Effekt der Behandlung hält ungefähr 3 bis 9 Monate an. Desweiteren findet das Gift auch zunehmend Anwendung bei Menschen, die unter übermäßigem Schwitzen leiden. Vor allem Patienten mit übermäßigem Achselschweiß sprechen gut auf eine Botulinumtoxin-Injektion an. Nebenwirkungen sind selten, da die Haut an den Achseln weniger dicht von Nervenpunkten besetzt ist als z. B. an den Händen. Anwendungen bei anderen Störungen wie übermäßigem Schwitzen beim Essen (gustatorisches Schwitzen) sind ebenfalls denkbar. In Deutschland ist die Gabe von Botulinumtoxin zur Faltenreduktion und bei der Therapie von übermäßigem Schwitzen allerdings bislang noch nicht zugelassen. Sie kann jedoch vom Dermatologen durchgeführt werden, wenn es keine andere wirksame Behandlung gibt.
Quelle: Hautreport, herausgegeben vom Freiöl-Institut für Hautforschung

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