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"""Die Pille danach": Ein Hormon ist besser als zwei

Die alleinige Gabe von Levonorgestrel ist gegenüber der Kombination Levonorgestrel/Ethinylestradiol effektiver in der postkoitalen Kontrazeption. Dies ist das Ergebnis einer Arbeitsgruppe der World Health Organisation (WHO), das kürzlich in der Fachzeitschrift Lancet veröffentlicht wurde.

Die Wissenschaftler untersuchten multizentrisch, doppelblind und randomisiert etwa 2000 Frauen, die aufgrund eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs "die Pille danach" verlangten. Die Frauen erhielten entweder Levonorgestrel (zweimal 750 Ķg im 12-Stunden-Abstand) oder die sogenannte Yuzpe-Kombination (zweimal 100 Ķg Ethinylestradiol + 500 Ķg Levonorgestrel im 12-Stunden-Abstand). Ergebnis: Unter Levonorgestrel lag die Rate der trotz Behandlung ausgelösten Schwangerschaften bei 1,1%, unter der Yuzpe-Kombination bei 3,2%. Das bedeutet eine Verhinderung von unerwünschter Schwangerschaft in 85% unter Levonorgestrel im Vergleich zu 57% unter der Yuzpe-Kombination (jeweils verglichen mit der ohne Behandlung zu erwartenden Schwangerschaftsrate). Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen traten unter Levonorgestrel deutlich weniger auf als unter der Kombinationstherapie.

Quelle: Lancet 1998, Vol. 352, S. 428-433

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