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Neue Forschungsansätze im Kampf gegen Infektionskrankheiten

BONN (bmbf). Infektionskrankheiten sind wieder auf dem Vormarsch. Um die Erforschung dieser Krankheiten zu verstärken, startet das BMBF zwei neue Fördermaßnahmen in der klinischen Infektiologie: Zum einen soll dieser Forschungsbereich noch mehr an den Hochschulkliniken verankert werden. Zum anderen werden durch ein gezieltes Förderangebot junge wissenschaftliche Mediziner unterstützt.


Infektionskrankheiten stellen trotz großer Erfolge in der Bekämpfung auch heute noch eine ernste gesundheitliche Bedrohung für die Menschen weltweit dar. Impfmüdigkeit in der Bevölkerung, Ferntourismus und zunehmende Resistenz der Erreger gegen Antibiotika begünstigen die erneute Verbreitung bekannter Infektionserkrankungen.
Die Infektionsforschung hat in Deutschland einen hohen Stand erreicht. Es gibt aber noch Nachholbedarf im Bereich der klinischen Infektiologie. Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (BMBF) startet daher im Rahmen des Programms "Gesundheitsforschung 2000" der Bundesregierung zwei neue Fördermaßnahmen, um die klinische Infektionsforschung in Deutschland zu stärken:

Die Förderung klinisch-infektiologischer Forschergruppen


Ziel dieser Maßnahme ist, die klinisch-infektiologische Forschung an deutschen Hochschulkliniken strukturell zu verankern. Damit soll eine Brücke zwischen Forschung und Klinik aufgebaut werden, um die Forschungsergebnisse gezielt in therapeutische und diagnostische Maßnahmen umzusetzen.
Dabei wird der Aufbau einer begrenzten Anzahl von klinisch-infektiologischen Forschergruppen an Hochschulkliniken, die in interdisziplinäre Kooperationen innerhalb der Hochschule eingebunden sind, gefördert. Neben der Forschung soll auch das Aufgabenspektrum der Lehre und Versorgung in die Konzeption der Forschergruppe einbezogen werden.
Die klinischen Forschergruppen können nach einer erfolgreichen ersten Phase von drei Jahren mit ihren kooperierenden Partnern eine zweite Förderphase beantragen. Im Verlauf dieser zweiten Förderphase werden die klinischen Forschergruppen schrittweise in die Finanzierung durch den jeweiligen Landeshaushalt übernommen. Auf diese Weise wird die klinische Infektiologie langfristig an den deutschen Hochschulkliniken gestärkt.

Die Förderung der Rückkehr von Auslandsstipendiaten


Darüber hinaus startet das BMBF ein Angebot zur gezielten Nachwuchsförderung exzellenter klinisch-infektiologisch orientierter Mediziner, die sich zur Zeit im Ausland befinden und sich in Deutschland im Bereich der klinischen Infektiologie weiterqualifizieren möchten.
Die Förderung richtet sich an Hochschulkliniken, die im Bereich der klinischen Infektiologie ausgewiesen sind und Rückkehrstellen für diese deutschen Auslandsstipendiaten einrichten möchten. Die Rückkehrbewerber treten von sich aus mit einer Hochschulklinik ihrer Wahl in Kontakt. Das BMBF finanziert jeweils eine Wissenschaftlerstelle sowie Sach- und Reisemittel für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.
Das BMBF stellt für die Erforschung von Infektionskrankheiten bis zum Jahr 2000 insgesamt rund 75Millionen Mark bereit.
Weitere Informationen: Projektträger Gesundheitsforschung des BMBF beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Südstraße 125, 53175 Bonn, Tel. (0228) 3821-246, Fax (0228) 3821-257.
http://www.dlr.de/PT/gf/gt bekan.htm l

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