Arzneimittel und Therapie

Helicobacter pylori: Nachweis mit dem Atemtest

Der Nachweis einer Helicobacter-pylori-Infektion erfolgt im Rahmen einer Ösophagogastroduodenoskopie. Dabei werden jeweils zwei Biopsien aus dem Antrum- und aus dem Korpusbereich des Magens entnommen. Diese werden entweder histologisch oder durch verschiedene Schnelltests untersucht. Eine nicht invasive Methode zum Nachweis des Keims ist der Atemtest.

Heute hat etwa 50% der Weltbevölkerung eine Helicobacter-pylori-Infektion. In der Regel wird der Keim im Kindes- oder Jugendalter übertragen und verschwindet ohne Behandlung nicht wieder. Nicht alle Infizierten entwickeln eine Folgeerkrankung, aber bei 15 bis 20% entsteht irgendwann ein Ulkus. Bei etwa 95% der Ulcus-duodeni-Patienten und bei über 90% der Patienten mit Ulcus ventriculi kann der Keim nachgewiesen werden. Epidemiologische Studien lassen vermuten, daß als Folgeerkrankung der Infektion ein Magenkarzinom entstehen kann. Patienten mit einer H.-pylori-Infektion können ein MALT-Lymphom (MALT=mukosaassoziiertes lymphatisches Gewebe) entwickeln. Bereits 1994 hat die WHO die Helicobacter-Infektion als Kanzerogen der Gruppe I eingestuft.

Der Atemtest
Als nicht invasive Nachweismethode einer H.-pylori-Infektion werden verschiedene 13C-Atemteste verwendet. Das Prinzip des Atemtests ist bei allen Verfahren gleich. Helicobacter pylori kann Harnstoff in Kohlendioxid und Ammoniak spalten. Zur Durchführung des Atemtests erhält der Patient eine Testmahlzeit, die 13C-markierten Harnstoff enthält. Das daraus durch die Bakterientätigkeit gebildete 13C-markierte Kohlendioxid kann in der Atemluft nachgewiesen werden.
Um den 13C-Gehalt im Kohlendioxid der ausgeatmeten Luft messen zu können, verwendete man zunächst Massenspektrometer. Diese Geräte sind sehr genau, sie erfordern jedoch einen hohen Bedienungsaufwand und sind teuer. Einfacher in der Handhabung und preiswerter ist das neu entwickelte Atemtestgerät FANci2. Dieses nutzt die nichtdispersive Infrarot-Spektroskopie zum Nachweis des 13C-Atoms in der Atemluft der Probanden. Das computergesteuerte Gerät wird im Rahmen eines europaweiten Joint ventures zwischen dem Leipziger Unternehmen Fischer Analysen Instrumenten GmbH, Leipzig, und dem Medizingerätehersteller Olympus Optical Co. auf den Markt gebracht.





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