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GKV: Kassenpolizei - ja oder nein?

Eine Art Task Force gegen betrügerisch abrechnende Ärzte haben die gesetzlichen Krankenkassen beschlossen. Die Kassen-Polizei solle gezielt mit Staatsanwaltschaften, Landeskriminalämtern oder Überläufern aus dem medizinischen Bereich zusammenarbeiten, schreibt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Damit sollen Tricksereien bei der Abrechnung offengelegt werden und Ärzte von Manipulationen abgeschreckt werden. Chef der Task Force sei das Vorstandsmitglied der Innungskrankenkassen Gernot Kiefer. Die Reaktion der niedergelassenen Mediziner erfolgte prompt. Dr. Winfried Schorre, oberster Kassenarzt, nannte den Plan eine "anmaßende Beschäftigungstherapie". Er warf den Kassenvertretern vor, gegen ein gemeinsames Papier vom März zu verstoßen, das zum Ziel hatte, Manipulationsvorwürfe künftig vor der Veröffentlichung untereinander abzuklären. Das Aufdecken unlauterer Honorarpraktiken liege im übrigen bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, welche Disziplinarverfahren bis hin zum Zulassungsentzug verhängten. Schließlich schädigten Falschabrechner im gegenwärtigen Vergütungssystem die eigenen Kollegen, nicht die Krankenkassen, so die Kassenärztliche Bundesvereinigung.


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