Prisma

Krebsstudie: Impfstoff gegen kleinzellige Lungentumore

Seit 1. April 1998 läuft eine von Merck geführte weltweite Studie, in der der gegen kleinzellige Lungentumore gerichtete Krebsimpfstoff BEC2 auf seine Wirksamkeit am Menschen getestet wird.

Die Wirkungsweise des Impfstoffs beruht auf einem das Immunsystem stimulierenden Mechanismus und nutzt als Ansatzpunkt ein Gangliosid auf der Krebszelle. Dieses Gangliosid wird von körpereigenen Abwehrzellen zwar nicht als Fremdkörper erkannt, aber es kann als Zielstruktur für eine von BEC2 ausgelöste Reaktion dienen. Der in BEC2 enthaltene monoklonale Antikörper, dessen Struktur diejenige des Gangliosids imitiert, soll die körpereigenen Abwehrzellen für die Existenz von Strukturen auf der Tumorzelloberfläche sensibilisieren, um die Tumorzellen schließlich abzutöten. Die nun angelaufene klinische Studie der Phase III umfaßt etwa 80 Krebszentren in den USA, Australien und Europa, 5 davon in Deutschland, und mehr als 800 Patienten, bei denen die Diagnose eines kleinzelligen Lungenkarzinoms neu gestellt wurde. In einem Zeitraum von vier Jahren soll geprüft werden, inwieweit BEC2 ein Wiederauftreten des Tumors nach erfolgter Chemotherapie verhindern kann. In Deutschland befinden sich die Zentren für die Studie in Heidelberg, Hamburg, Herne, Jena und München. Für Fragen von Patienten hat Merck eine Hotline geschaltete: 06151-723322.