Arzneimittel und Therapie

Tuberkulose: Ein Drittel der Weltbevölkerung ist infiziert

Hierzulande gilt sie fast als ausgerottet, weltweit aber ist die Tuberkulose nach wie vor die "Killerkrankheit" schlechthin. Über 3 Millionen Menschen sterben jedes Jahr nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an den Folgen einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis - 8 Millionen neue Fälle kommen jährlich dazu.

Die Tuberkulose fordert jedes Jahr mehr Opfer als Malaria, Durchfallerkrankungen, HIV/AIDS und tropische Krankheiten zusammen. Beinahe ein Drittel der Weltbevölkerung ist mit dem Erreger infiziert.

Ansteckung mit der Atemluft
Tuberkulose überträgt sich wie eine normale Erkältung durch die Atemluft und befällt meistens die Lunge. Ob es zum Ausbruch der Krankheit kommt, hängt im wesentlichen vom Immunsystem der Infizierten ab. Wird die Tuberkulose nicht behandelt, können die Bakterien das gesamte Lungengewebe zerstören und so zum Tod führen. Eine Person mit aktiver Tuberkulose steckt innerhalb eines Jahres ca. 10 bis 15 Menschen an.

Multiresistente Erreger
Mit der Entdeckung der Antibiotika Isoniazid in den 50er Jahren und Rifampicin in den 60er Jahren schien der Kampf gegen den Tuberkulose-Erreger bereits gewonnen. Doch zunehmend versagen diese Mittel. Der Grund: Die unkontrollierte Anwendung von Tuberkulose-Arzneimitteln hat zur Entstehung arzneimittelresistenter Bakterienstämme geführt, die Standardantibiotika wirken nicht mehr. Besonders schwierig wird die Behandlung, wenn die Erreger gleich mehrere Resistenzen tragen - also multiresistent sind. Das gilt mittlerweile für 1,4 Prozent aller weltweit neu diagnostizierten Fälle von Tuberkulose. Im letzten Jahr traten arzneimittelresistente Bakterienstämme besonders häufig in Indien, Rußland, Estland, Lettland, der Dominikanischen Republik, Argentinien und der Elfenbeinküste auf.




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