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Pharmaindustrie: Humaninsulinanlage eingeweiht

Im Frankfurter Industriepark Höchst hat Bundesforschungsminister Dr.Jürgen Rüttgers am 16.März die weltweit modernste Anlage zur Produktion von Humaninsulin in Betrieb genommen. Die biotechnische Anlage der Hoechst Marion Roussel Deutschland GmbH (HMR) leistet einen wichtigen Beitrag, den weltweit wachsenden Bedarf an Insulin zu decken. HMR hat für den Bau der Anlage über 170Mio. DM investiert und sichert damit dauerhaft 260 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland.

Wie Dr.Heinz-Werner Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung von HMR Deutschland, im Rahmen einer Pressekonferenz ausführte, rechnet das Unternehmen im Rahmen der biotechnischen Produktion von Insulin mit einem jährlichen Umsatz von ca. 260Mio. DM allein in Deutschland. Bis Ende des Jahres plant HMR, noch einmal 37Mio. DM in die Produktionsanlagen für ein Humaninsulin mit Langzeitwirkung zu investieren.

Antwort auf steigenden Insulinbedarf
Mindestens 120 Millionen Diabetiker gibt es nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation weltweit. Jährlich werden rund fünf bis sechs Tonnen Insulin benötigt. Bereits in den siebziger Jahren wurde auf mögliche Engpässe in der Versorgung aufmerksam gemacht. Dem steigenden Insulinbedarf könne Hoechst Marion Roussel jetzt auch international gerecht werden, so hieß es auf der Pressekonferenz. Die Produktion sei rohstoff- und abfallärmer als herkömmliche Methoden. Biotechnisch hergestelltes Humaninsulin sei nahezu unbegrenzt verfügbar. Dadurch könne HMR den neuen Wirkstoff verstärkt weltweit anbieten.
Die bisherige aufwendige Produktion von Humaninsulin auf der Basis von Schweineinsulin erlaubte in der Vergangenheit vornehmlich die Deckung des deutschen Bedarfs. 90% des in Frankfurt produzierten Humaninsulins erreichten ausschließlich Zuckerkranke in Deutschland.

Langer Genehmigungsprozeß
Die Anlage zur gentechnologischen Produktion von Humaninsulin durchlief einen fast 15jährigen Genehmigungsprozeß einschließlich der Weiterentwicklung des Produktionsverfahrens und der arzneimittelrechtlichen Zulassung. Bundesforschungsminister Dr.Jürgen Rüttgers bezeichnete den Beginn der biotechnologischen Produktion von Humaninsulin daher als Ereignis von wirtschaftspolitischer Bedeutung: "Heute ist ein guter Tag für die deutsche Biotechnologie. Die Einweihung der modernsten Humaninsulinanlage der Welt ist ein Gütesiegel für den Standort Deutschland. Es gibt in Europa keinen Biotech-Standort, der bessere Bedingungen für Forschung, Entwicklung und Produktion bietet als Deutschland.
Die Humaninsulinanlage sichert 250 hochqualifizierte Arbeitsplätze. Das zeigt: In Deutschland haben wir nicht nur alles Wissen dieser Welt. Wir haben exzellent ausgebildete Menschen. Und damit die Produktionskompetenz, die man für den High-Tech-Sektor Biotechnologie braucht. Die Biotechnologie bietet ein großes Potential an Arbeitsplätzen. Wir können 70000 zusätzliche Arbeitsplätze bis zum Jahr 2000 erreichen."

Signal für Standort Deutschland
Hoechst Marion Roussel sieht in
dem Start der biotechnischen Insulinproduktion in Frankfurt ein wich-
tiges Signal für die Zukunftsfähig-
keit des Standortes Deutschland. Nach den Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung, Dr.Heinz-Werner Meier, ist die Anlage das Ergebnis hochqualifizierter Forschung, die auch für die Zukunft der Hoechst AG von großer Bedeutung sei. "Im Rahmen des globalen Wettbewerbs der pharmazeutischen Industrie hat HMR mit dieser Anlage unter Beweis gestellt, daß auch in Deutschland Biotechnologie auf hohem Niveau zu realisieren ist."



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