Prisma

Biogene Drogen: Mit Zauberpilzen auf den Trip

Wie Drogenexperten kürzlich auf einer Fachtagung berichteten, hat der Konsum von "natürlichen Drogen" in Deutschland stark zugenommen. Populäre Vertreter dieser Gruppe sind psilocybinhaltige Pilze, die in der Szene als "Magic Mushrooms" gehandelt werden und LSD-artige Wirkung besitzen.

Von den 144 weltweit vorkommenden Psilocybe-Arten wirken 81 halluzinogen. Der bekannteste europäische psilocybinhaltige Pilz, der auch in Deutschland vor allem auf gedüngten Wiesen zu finden ist, ist Psilocybe semilanceata (Spitzkegeliger Kahlkopf). Der Verzehr dieser Pilze hat einen ähnlichen Effekt wie die Einnahme von LSD, d. h. es kommt zu optischen, gefühlten und gehörten Halluzinationen bei noch vorhandener aber verzerrter Realitätswahrnehmung. Je nach Grundeinstellung erfährt der Konsument Glücksgefühl, Lachanfälle ("good trip") oder Angst, Unruhe, Gewalttätigkeit, Delirium und Panikanfälle mit akuter Suizidgefährdung ("bad trip"). Im Gegensatz zu LSD ist die Beschaffung der "Rauschpilze" relativ einfach und vergleichsweise billig. Wem das Sammeln der Pilze zu mühsam und unsicher ist, der kann sich im eigenen Keller eine Zucht anlegen - nicht anders als eine Champignonzucht. Eine ausführliche Anleitung samt Bezugsadresse für die notwendigen Sporen findet man z. B. im Internet. Kein Wunder also, daß diese Art der Drogen zunehmend an Reiz gewinnt und Drogenexperten Alarm schlagen. Hauptprobleme bei den biogenen Drogen sind nach Aussage der Experten mangelnde Informationen über die Risiken und die häufig vorkommende Einnahme in Kombination mit Alkohol.

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