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Bausparen mit über 7 Prozent Rendite: Auch wer nicht bauen will, ist fein raus

Bausparförderung verkehrt: Nach Einschätzung von Bausparkassen schließen immer mehr Bundesbürger einen Bausparvertrag ab, ohne auch nur entfernt daran zu denken, in ein paar Jahren ein eigenes Heim zu besitzen. Der Grund: So gut wie auf einem Bausparkonto verzinst sich derzeit keine andere sichere Geldanlage. Bedingung dafür ist allerdings, daß Anspruch auf die Wohnungsbauprämie besteht und der "Bausparer" keine Eile hat.

Dieses Bonbon des Staats schmeckt inzwischen immer mehr Bundesbürgern, nachdem die Einkommensgrenzen dafür fast verdoppelt wurden: auf 50.000/100.000 Mark (alleinstehend/verheiratet) pro Jahr. Maßgebend ist das zu versteuernde Einkommen; der Bruttoverdienst ist wesentlich höher und kann beispielsweise bei einer Familie mit zwei Kindern über 120.000 Mark betragen, ohne den Prämienanspruch einzubüßen. Die Wohnungsbauprämie beträgt 10 Prozent von Einzahlungen bis zu 1.000/2.000 Mark pro Jahr, im Höchstfall also 100 Mark beziehungsweise 200 Mark jährlich.
Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen bis zu 27.000/ 54.000 Mark (alleinstehend/verheiratet) im Jahr können außerdem auf vermögenswirksame Leistungen bis zu 936/1.872 Mark im Jahr weitere 10 Prozent an Arbeitnehmersparzulage kassieren.

Vertrag mindestens sieben Jahre
Sowohl die Arbeitnehmersparzulage als auch die Wohnungsprämie stehen bei der Auflösung des Bausparkontos ohne Bauabsichten nur zu, wenn der Vertrag mindestens sieben Jahre bestanden hatte. Das heißt: Der Renditejäger kann erst danach frei über seine Einzahlungen, die staatlichen Prämien sowie die Zinsen verfügen. Im Regelfall zahlen die Bausparkassen dann auch die (normalerweise 1 Prozent der Bausparsumme betragende) Abschlußgebühr zurück.

Bausparsumme nicht zu hoch wählen Apropos Bausparsumme: Sparer ohne Bauabsichten sollten die Bausparsumme nicht zu hoch wählen, um nach sieben Jahren von der Bausparkasse nicht die Mitteilung zu bekommen, daß der Vertrag noch nicht zuteilungsreif sei. Er kann dann zwar auch gekündigt werden, was jedoch ein verlustreiches Geschäft ist. Zum einen geht im Regelfall die Abschlußgebühr verloren, zum anderen der Bonus, den die meisten Bausparkassen denen zahlen, die ihren Vertrag auflösen, ohne ein Bauspardarlehen in Anspruch zu nehmen. Die Bausparsumme sollte nicht höher sein als das Zehnfache der jährlichen Sparrate - also bei einem Ehepaar 20.000 Mark bei 2.000 Mark jährlicher Einzahlung.

Gute Renditen
Nach Berechnungen der Stiftung Warentest erzielen Ehepaare bei drei Bausparkassen in den sieben Jahren Renditen von über 7 Prozent, wenn sie (jeweils Mitte Dezember) acht Sparbeträge á 2.000 Mark einzahlen und den Vertrag (Bausparsumme 19.000 Mark) nach sieben Jahren auflösen - BHW: 7,38 Prozent (Auszahlung: 20.870 Mark); Heimstatt: 7,14 Prozent (Auszahlung: 20.684 Mark); Quelle: 7,07 Prozent (Auszahlung: 20.634 Mark). Der Deutsche Ring liegt mit 6,98 Prozent und 20.562 Mark Auszahlung knapp dahinter. Das ungünstigste Angebot stammt von der Dresdner Bank Bausparkasse mit 5,91 Prozent und 19.781 Mark Auszahlung.

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