Arzneimittel und Therapie

Helicobacter-pylori-Eradikation: Vor NSAR-Therapie?

Die Eradikation einer Helicobacter-pylori-Infektion vor der Gabe nichtsteroidaler Antirheumatika (NSAR) reduziert die durch diese induzierte Ulkushäufigkeit.

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)können ein Ulkus verursachen; man schätzt, daß NSAR-Anwender ein vier- bis sechsfach erhöhtes Ulkusrisiko aufweisen. Da bei rund der Hälfte aller durch NSAR induzierten Gastrointestinalgeschwüre eine Helicobacter-pylori-Infektion vorliegt, scheint der Keim die Ulkusprädisposition für NSAR-Anwender zu erhöhen.

In einer randomisierten Studie wurde daher untersucht, ob eine Eradikation von Helicobacter pylori vor der NSAR-Therapie die Ulkushäufigkeit reduzieren kann. Dazu wurden 100 Patienten ausgewählt, die aufgrund muskuloskeletaler Schmerzen erstmals einer NSAR-Therapie bedurften. Bei allen Studienteilnehmern lag eine endoskopisch abgesicherte Helicobacter-pylori-Infektion, aber kein Ulkus vor.
Š 50 Patienten erhielten während acht Wochen dreimal täglich 250 mg Naproxen.
Š Bei den anderen 50 Patienten wurde zuerst eine siebentägige Tripeltherapie mit Wismutcitrat, Tetracyclin und Metronidazol durchgeführt, um die Infektion mit Helicobacter pylori auszuheilen. Anschließend erhielten sie ebenfalls acht Wochen lang dreimal täglich 250 mg Naproxen.
Nach der achtwöchigen Naproxeneinnahme (oder bei gastrointestinalen Beschwerden früher) wurde erneut eine Endoskopie durchgeführt. 92 Patienten (47 der Naproxengruppe und 45 der Tripeltherapiegruppe) beendeten die Studie.
Ergebnisse
Š Die Helicobacter-pylori-Infektion war noch bei allen Patienten der Naproxengruppe vorhanden. Bei 40 Probanden (89%) der Tripeltherapiegruppe war der Keim nicht mehr nachweisbar.
Š Bei zwölf Patienten (26%) der Naproxengruppe und bei drei (7%) der Tripeltherapiegruppe war ein Ulkus entstanden. Bei zwei dieser drei Patienten der Tripeltherapiegruppe war allerdings die Helicobacter-pylori-Eradikation fehlgeschlagen. Legt man der Berechnung der Ulkushäufigkeit nur die gelungenen Helicobacter-pylori-Eradikationen zugrunde, so sind in 26% der Naproxengruppe, aber nur in 3% der Tripeltherapiegruppe Gastrointestinalgeschwüre entstanden.





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