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Boni fürs Sparen: Ärzte brauchen Anreize

Dr. Hans Jürgen Ahrens, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbands, verteidigt Bonusregelungen für Ärzte, die auf diese Weise von Einsparungen bei der Arzneitherapie profitieren: "Das ist richtig und notwendig."

Ahrens machte am 20. November auf einem AOK-Symposium zu Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Medizin in Bonn deutlich, daß ökonomische Anreizsysteme ohne eine transparente Qualitätssicherung weder mit medizinischer Ethik noch Patienteninteressen vertretbar sind. Notwendig sind daher praxisgerechte Leitlinien sowie die Dokumentation von Qualitätsindikatoren, so der AOK-Vorstandsvorsitzende. Die zusätzlichen Anstrengungen der Ärzte erforderten ein geändertes Honorierungssystem, das allerdings nicht allein Einsparungen anstreben dürfe. Ahrens plädierte - zusätzlich zu Bonusverträgen im Arzneibereich - für einen Einstieg ins Disease-Management, bei dem der Patient eine qualitätsgesicherte Versorgung auf der jeweils angemessenen Versorgungsstufe erhalte. In Zukunft werde für Patienten ausschlaggebend sein, ob Leistungen von besserer Qualität in Arztnetzwerken angeboten werden. Der AOK-Bundesverband werde diesen Ansatz in Modellprojekten für Diabetiker evaluieren. Für die Dokumentation von Qualitätsindikatoren sei an ein pauschales Honorar gedacht, diskutiert werden zudem feste Punktwerte für spezielle Leistungskomplexe der Ärzte. Diejenigen, die sich beteiligten, werden künftig besser honoriert als die, die dem Modell nicht folgten. Mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Versorgung sei dann nicht gleichbedeutend mit weniger Leistungen, so Ahrens weiter. Der stationäre Sektor müsse in jedem Fall einbezogen werden, da es nicht um eine simple Kostenverschiebung zwischen ambulantem und stationärem Bereich gehen dürfe.



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