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Tsetsefliege: Delikatesse Schweiß

Tsetsefliegen haben eine Vorliebe für menschlichen Schweiß, den sie mit den Schmeckhaaren an ihren Füßen wahrnehmen können. Diese Tatsache macht man sich bei der Entwicklung neuer Fallen zunutze.

Obwohl schon seit gut siebzig Jahren bekannt ist, daß viele Insekten Schmeckhaare an den Füßen haben, mit denen sie Oberflächen abtasten, wurde bisher angenommen, daß die Tsetsefliege diese Sinnesorgane ausschließlich beim Kontakt zwischen Männchen und Weibchen während der Paarung nutzt. Eine niederländische Studie hat nun jedoch ergeben, daß die Tsetsefliege ihren Geschmackssinn auch zum Aufspüren von Blut einsetzt. Bei dem Laborversuch wurden die Fliegen in einem Glaszylinder freigelassen, in dem mit aktiven Stoffen behandeltes Papier und eine Wärmequelle die Haut eines Wirtes imitierten. Die Fliegen stachen vor allem auf Flächenabschnitte, die mit Harnsäure oder Aminosäuren wie Valin und Leucin, also Bestandteilen des menschlichen Schweißes, bestrichen waren. Bei einem Feldversuch in Simbabwe nutzte man diese Entdeckung, indem man mit Insektiziden präparierte Lockschirme zusätzlich mit Harnsäure bestrich. Die Aufenthaltsdauer der Tsetsefliegen auf den Schirmen und infolge dessen die Einwirkzeit der Insektizide ließ sich dadurch um das eineinhalb- bis zweifache verlängern. Langfristig hofft man , durch die großräumige Anwendung der mit Schmeckstoffen präparierten Fallen sowohl die Kosten für die Bekämpfung der Tsetsefliege als auch die damit verbundenen Umweltbelastungen reduzieren zu können.


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